Evakuierung von 100 Zivilisten aus Asow-Stahlwerk in Mariupol

100 Zivilisten konnten aus dem Stahlwerk in Mariupol geholt werden.
100 Zivilisten konnten aus dem Stahlwerk in Mariupol geholt werden. ©REUTERS/Alexander Ermochenko
Rund 100 Zivilisten seien laut ukrainischem Präsidenten Selenskyj am Wochenende aus dem russisch belagerten Asow-Stahlwerk in Mariupol evakuiert worden und befinden sich nun auf dem Weg nach Saporischschja.

Kiew holt 100 Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol

Die evakuierten Zivilisten würden am Montag im ukrainisch kontrollierten Saporischschja erwartet. Zuvor hatten die Vereinten Nationen vom Beginn der Evakuierungsaktion berichtet.

Noch zahlreiche Zivilisten in Stahlwerk-Bunker eingeschlossen

"Jetzt arbeiten wir zusammen mit den Vereinten Nationen an der Evakuierung von weiteren Zivilisten aus der Anlage", schrieb Selenskyj auf Twitter. Vom Mariupoler Stadtrat hieß es, die Evakuierungen sollen am Montag um 8 Uhr (7 Uhr MEZ) fortgesetzt werden. Das ukrainische Außenministerium begrüßte die Evakuierung und bedankte sich bei UNO-Generalsekretär António Guterres und dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Peter Maurer. "Hunderte Zivilisten, darunter Dutzende Kinder, warten noch auf die Evakuierung", betonte das Ministerium nach Angaben der staatlichen Agentur Ukrinform. Außerdem befänden sich Hunderte verletzte Soldaten im Asowstal-Komplex. "Wir verlangen die sofortige Evakuierung von verletzten ukrainischen Soldaten im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht", betonte das Ministerium.

Wie UNO-Sprecher Jens Laerke sagte, erfolgt die Evakuierung in Koordination mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und den Konfliktparteien Russland und Ukraine. Ein Konvoi zur Rettung der Zivilisten sei am Freitag gestartet und hatte am Samstag in der Früh die von den russischen Truppen eingekesselte ostukrainische Hafenstadt Mariupol erreicht.

Russland verkündete "Waffenruhe" und "humanitären Korridor"

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, am Asow-Stahlwerk seien eine "Waffenruhe" verhängt und ein "humanitärer Korridor" eingerichtet worden. Russischen Nachrichtenagenturen zufolge wurden am Sonntag 40 Zivilisten vom Gelände des Asow-Stahlwerks geholt und in von Russland kontrollierte Gebiete gebracht.

Bereits am Samstag waren nach russischen Angaben rund 50 Zivilisten über Fluchtkorridore aus dem Asow-Stahlwerk geholt worden. Das ukrainische Asow-Regiment sprach von rund 20 Zivilisten, die am Samstag evakuiert worden seien. Das Asow-Regiment hat sich in dem Stahlwerk verschanzt. Die Fabrikanlage ist die letzte Bastion des ukrainischen Widerstands in der durch russische Angriffe weitgehend zerstörten Hafenstadt Mariupol. Das Asow-Regiment berichtete von heftigem nächtlichen Artilleriefeuer auf die Anlagen.

(APA/Red)

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