Europaratsversammlung fordert Neuvergabe der Katar-WM 2022

Die parlamentarische Versammlung des Europarates hat angesichts massiver Korruptionsvorwürfe ein neues FIFA-Verfahren für die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar gefordert. Abgeordnete aus der Schweiz versuchten vergeblich, den Bericht an den zuständigen Ausschuss zurückzuverweisen. Eine Mehrheit der Abgeordneten aus den 47 Europaratsländern stimmte am Donnerstag für die Entschließung. 


Katar wurde darin wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen scharf kritisiert. Die Initiative ist ein politisches Druckmittel – bindend ist der Beschluss nicht.

Der sozialdemokratische Berichterstatter aus Großbritannien, Michael Connarty, sagte, die Beweise für einen systematischen Stimmenkauf des Votums für Katar seien eindeutig. “Die Mindestsumme für eine Zustimmung betrug 50.000 US-Dollar.” Dazu legte er Kopien von Konto-Überweisungen vor.

Nach früheren Enthüllungen der britischen “Sunday Times” soll Katars ehemaliges FIFA-Exekutivmitglied Mohamed Bin Hamman über 30 nationalen afrikanischen Vertretern hohe Summen gezahlt haben, um ihre Stimmen zu sichern.  

In der Entschließung wurde Katar wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen der ausländischen Bauarbeiter kritisiert. Dort kommt es immer wieder zu Todesfällen. “Die Männer arbeiten 14 Stunden am Tag bei 50 Grad, leben in Kabinen mit 20 Schlafstellen, und einige haben seit sieben Monaten kein Gehalt bekommen”, sagte Connarty. Er sieht eine eindeutige Mitschuld beim FIFA-Präsident Joseph Blatter aus der Schweiz. Der 79-Jährige stellt sich am 29. Mai in Zürich zur Wahl für eine weitere Amtszeit.

Die FIFA wies den Beschluss des Europarats zurück. Es gebe keine rechtliche Verpflichtung, die Vergabe zurückzunehmen und zu wiederholen. Der Verband zeigte sich sicher, dass die Ausrichtung der Weltmeisterschaft eher soziale Fortschritte mit sich bringen werde. “Wir glauben, dass die Weltmeisterschaft 2022 eine einmalige Plattform ist, einen positiven sozialen Wandel voranzubringen in Katar und der umliegenden Region”, hieß es in einer Mitteilung.

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