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Europa: Rasen Unfallursache Nummer eins

Rasen steht an der Spitze der Unfallursachen. Eine Umfrage ergab nun, dass den Europäern dies auch bewusst ist - allerdings suchen auch bekennende Schnellfahrer die Schuld kaum bei sich. Gefährlich ist nur das Rasen der anderen.

Die europäische Studie SARTRE (Social Attitudes to Road Traffic Risk in Europe) hat bestätigt, dass nicht nur in Österreich, sondern auch in allen anderen 22 untersuchten Ländern diese Tatsache in den Köpfen der Lenker verankert ist. Trotzdem steigen die Lenker aufs Gaspedal.

Tatsächlich ist in allen Mitgliedstaaten der EU überhöhte und unangepasste Geschwindigkeit für rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle verantwortlich. „Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass sich dieses Bewusstsein scheinbar nicht in die entsprechende Handlungsweise, nämlich angemessenes Geschwindigkeitsverhalten, umsetzen lässt“, sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), am Donnerstag.

Jeweils 1.000 Pkw-Lenkern wurde in 23 Ländern die Frage gestellt: „Welche Ursachen führen Ihrer Meinung nach zu Verkehrsunfällen?“ 86 Prozent der Österreicher nannten als Hauptunfallursache zu schnelles Fahren und bewegten sich mit dieser Einschätzung sogar über dem europäischen Durchschnitt von 83 Prozent. Auch drei Viertel der bekennenden Raser schlossen sich dieser Meinung an. Trotzdem scheint das Risiko immer nur von den anderen auszugehen, der eigene Tritt aufs Pedal wird grundsätzlich als nicht gefährlich bezeichnet.

Europäische Spitzenreiter in Sachen Gas geben sind die Polen: Fast jeder Zweite liebt dort die Geschwindigkeit. Auf Inseln geht man es ruhiger an, nur 18 Prozent der Iren begeistern sich fürs Rasen.

Trunkenheit am Steuer scheint in Estland ein größeres Problem zu sein, da Alkohol mit 97 Prozent dort als absoluter Unfallgrund Nummer eins gesehen wird. Die Österreicher stufen den tiefen Blick ins Glas gefühlsmäßig als zweithäufigste Unfallursache ein. „Auch bei dieser Frage zeigt sich die zwiespältige Haltung, dass ein Alkoholunfall nur anderen passiert“, stellte Thann fest. Beunruhigend ist das Ergebnis, dass insgesamt 21 Prozent der heimischen Fahrer angaben, an drei Tagen der Woche oder häufiger Alkohol zu trinken und sich dann zum Großteil noch hinter das Steuer zu setzen (17 Prozent).

80 Prozent der befragten heimischen Autofahrer glauben, dass Drängeln einer der drei Hauptgründe für Unfälle im Straßenverkehr ist. Obwohl das Kleben an der Stoßstange zunehmend als bedrohlich empfunden wird und scheinbar schon zum Verkehrsalltag gehört, gab nur jeder 25. österreichische Lenker zu, oft bis immer dem Vordermann zu nahe zu kommen.

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