EURO 2008: Wiener Fiaker müssen der Fanzone weichen

Mit gemischten Gefühlen blicken die Wiener Fiaker der EURO 2008 entgegen. Drei Fiakerstandplätze in der Innenstadt müssen wegen der Fanmeile verlegt werden.

“Bei extremem Andrang kann die Polizei die Fuhrwerke heimschicken”, sagte Richard Wessely, zuständig für Fiakerangelegenheiten in der MA 65. “Es sind für uns natürlich Nachteile zu erwarten, aber wir müssen das auf uns zukommen lassen”, sagte der Wiener Fiaker-Unternehmer Johann Trampusch zur APA.

Der Fiakerstandplatz am Heldenplatz wird ab 26. Mai auf den Michaelerplatz verlegt. Die Kutschen hinter dem Burgtheater auf dem Josef-Meinrad-Platz müssen zur Albertina ausweichen und jene bei der Jungferngasse stehen während der EURO am Stephansplatz.

Auch die Fiakertouren werden geändert. Statt der großen und kleinen Stadtrundfahrt wird es ab 3. Juni – wenn der Ring gesperrt wird – nur eine große Rundfahrt geben. Auf individuelle Touren wird verzichtet werden müssen. Während man bei der MA 65 mit mehr Geschäft für die Fiaker rechnet, gibt man sich bei den Kutschern abwartend. “Es ist ja nicht nur die EURO, es gibt das ganze Jahr über immer wieder Feste, die gut für die Stadt, aber nur bedingt für unser Gewerbe gut sind”, sagte Trampusch. “Die Donauinsel wäre uns als Fanmeile lieber gewesen.”

Der Besucheransturm und der Lärm bedeuten auch für die Tiere nichts Gutes. “Es hat den Vorschlag des Tierschutzombudsmanns geben, die Fiaker während der EURO überhaupt nicht fahren zu lassen. Aber wir können ja kein Berufsverbot aussprechen”, sagte Wessely. Im schlimmsten Fall kann die Polizei bei großem Fanandrang die Fuhrwerke heimschicken.

“Damit haben wir natürlich keine Freude. Das würde uns nur Einbußen bringen, während unsere Zahlungen weiterlaufen”, sagte Fiaker Trampusch. Ab 7. Juli sollte dann der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt sein, hieß es bei der MA 65.

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