EU will geplante Hinrichtung abwenden

Die Europäische Union will nach Angaben des Menschenrechtsbeauftragten der deutschen Bundesregierung versuchen, die Hinrichtung der verurteilten Mörderin Teresa Lewis in den USA noch zu stoppen.
Teresa Lewis wird hingerichtet
US- Gerichtshof erlaubt Hinrichtung einer Frau

Die EU-Staaten würden am Donnerstag ein weiteres Mal den Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia bitten, die Todesstrafe in eine Haftstrafe umzuwandeln, sagte der Menschenrechtsbeauftragte Markus Löning (FDP) dem SWR. Beim ersten Mal habe der Gouverneur die Bitte allerdings abgeschlagen.

“Man muss bei Todesstrafen in den USA eines wissen: Es ist außerordentlich schwierig, dort mit öffentlichem Druck etwas zu erreichen”, sagte Löning. “Fast immer ist es so, dass dann der Gouverneur, der das ja zu entscheiden hat, sagt, also von außen lasse ich mich schon gar nicht unter Druck setzen und jetzt erst recht.”

Lewis sollte am Donnerstag hingerichtet werden; es wäre das erste Mal seit fast hundert Jahren, dass im US-Bundesstaat Virginia wieder an einer Frau die Todesstrafe vollstreckt wird. Lewis soll durch die Giftspritze sterben, obwohl ihr Intelligenzquotient nur knapp über dem Wert liegt, ab dem Straftäter als geistig behindert gelten und nicht hingerichtet werden dürfen.

Die heute 41-Jährige hatte gestanden, im Jahr 2002 zwei Männer damit beauftragt zu haben, ihren Mann und ihren Stiefsohn umzubringen, um an die Lebensversicherung der beiden zu gelangen. Die Verteidigung hatte indes geltend gemacht, dass Lewis geistig zurückgeblieben und nicht in der Lage sei, ein solches Verbrechen zu planen.

Der menschenrechtspolitische Sprecher der deutschen Grünen-Fraktion, Volker Beck, forderte, die Todesstrafe weltweit abzuschaffen. “Es ist mir nicht begreiflich, dass in den USA nach wie vor Todesurteile vollstreckt werden”, erklärte Beck. “Das entspricht nicht der menschenrechtlichen Vorbildfunktion, die die USA angesichts der von ihr beanspruchten Führungsrolle einnehmen sollten.”

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