EU will Energie sparen - Aus für Glühbirne nach 130 Jahren

Die EU will mit der schrittweisen Abschaffung von Glühbirnen ab dem nächsten Jahr massiv Energie sparen. Der Ersatz - Energiesparlampen - kommt immer wieder als gesundheitsschädlich ins Gerede. Die Hersteller halten das für Unsinn.

Der zuständige EU-Expertenausschuss hat am Montag der Glühbirne nach 130 Jahren den Todesstoß versetzt. Damit sollten bis 2012 schrittweise alle herkömmlichen Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzt werden. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner hat den geplanten Schritt am Montag bei einem Treffen mit seinen für Energie zuständigen EU-Ressortkollegen in Brüssel begrüßt.

100 Watt-Birnen fallen als erste

Ab 1. September 2009 sollten nach Angaben von Experten zunächst 100-Watt-Birnen vom Markt verschwinden. Lagerbestände dürften noch verkauft werden, nicht mehr aber neue importiert oder produziert werden. Ein Jahr später würden dann Glühbirnen über 75 Watt erfasst, 2011 dann auch jene über 60 Watt und 2012 schließlich auch jene über 25 Watt. Ab 2016 sollen dann zudem weniger energieeffiziente Halogenlampen auslaufen. Der für Montagabend erwartete Beschluss muss noch vom Parlament und den EU-Regierungen gutgeheißen werden.

5,3 Milliarden Einsparpotenzial?

Damit steht die 1879 von Thomas Edison erfundene Glühbirne vor dem Aus in der EU. Nach Angaben der Kommission verbrauchen die Energiesparlampen um 65 bis 80 Prozent weniger Strom, außerdem halten sie deutlich länger, was höhere Anschaffungskosten relativiert. Der Nachteil: Es dauert lange, bis sie leuchten, sei können oft nicht gedimmt werden und sie sind weniger hell. Ein Haushalt kann nach Berechnungen der EU-Behörde mit der Umrüstung auf die energiesparenden Beleuchtungskörper bis zu 10 bis 15 Prozent seiner Stromkosten oder 50 Euro pro Jahr einsparen. Insgesamt rechnet die Brüsseler Behörde mit Einsparungen von rund 5,3 Mrd. Euro pro Jahr, was etwa ein Drittel der Gesamtausgaben für Lichtbringer wäre.

Mitterlehner sagte, das schrittweise Auslaufen der Glühbirnen über drei Jahre sei im Sinne der Energieeffizienz “durchaus sinnvoll”. Auch sei die heimische Industrie kaum betroffen, weil es keine Produktion gebe. Standards in verschiedenen Bereichen zu schaffen, wie etwa öffentliche Beleuchtung oder Bürogebäude, “nützt uns insgesamt”.

Die Energieminister haben sich am Montag bei ihrem Treffen auf eine Ausweitung der entsprechenden Richtlinie verständigt. Mit all den Energiesparmaßnahmen sollte es alleine in Österreich gelingen, bis 2020 rund eine Terawattstunde Strom oder umgerechnet 400.000 Tonnen CO² zu sparen.

Verband der Energiesparlampen-Hersteller: Keine Bedenken gegen neue Lichtquellen.
Stadtreporter Video: Mogelpackung Energiesparlampe Video

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