EU-Wahl: Martin war 2004 Überraschungssieger

Bei der EU-Wahl 2004 war Martin der Überraschungssieger - mit 13,98 Prozent landete er mit eigener Liste auf Platz 3. Ins heimische Parlament schaffte er es zwei Jahre später nicht: Mit 2,80 Prozent kam er bei der Nationalratswahl 2006 nicht einmal in die Nähe der Vier-Prozent-Hürde. 2008 verzichtete er auf ein Antreten. Jetzt will er es bei der EU-Wahl neuerlich versuchen.

Bei der EU-Wahl 2004 profitierte Martin vom damaligen Niedergang der FPÖ. Ein Drittel seiner Wähler waren – laut Wählerstromanalyse – von der Performance ihrer Partei in der Bundesregierung enttäuschte Blaue. Fast ein Viertel rekrutierte er bei der SPÖ, ein Sechstel bei der ÖVP.

In Summe entschieden sich damals fast 350.000 Wähler für Martin – und nur rund 158.000 für die FPÖ. Die Grünen lagen mit 320.000 knapp hinter ihm.

Bei der Nationalratswahl 2006 konnte Martin nur mehr weit weniger – nämlich 132.000 – Wähler für sich mobilisieren. Was bei der wesentlich niedrigeren Wahlbeteiligung der EU-Wahl (42,43 Prozent 2004 im Vergleich zu 78,49 Prozent bei der NR-Wahl 2006) noch für mehr als fünf Prozent gereicht hätte.

Martins Erfolg bei der EU-Wahl 2004 war beispiellos. Nie zuvor in der Zweiten Republik hat eine Partei bei ihrem ersten Antreten auf Bundesebene einen höheren Stimmenanteil erreicht. Der FPÖ-Vorgänger “Wahlpartei der Unabhängigen” schaffte bei der NR-Wahl 1949 11,7 Prozent und den dritten Platz. Die Grünen – seit 1986 Parlamentspartei – haben die 13-Prozent-Marke bei Bundeswahlen noch nie überschritten. Und für das LIF (von 1994 bis 1999 NR-Partei und von 1995 bis 1999 im EU-Parlament) waren sechs Prozent das beste Bundesergebnis der Parteigeschichte.

Auf Landesebene wurde Martin mittlerweile überflügelt: ÖVP-Dissident Fritz Dinkhauser kam mit seiner eigenen Liste beim ersten Antreten bei der Landtagswahl im Juni 2008 auf 18,35 Prozent. Auch er scheiterte allerdings bei der darauffolgenden Nationalratswahl mit nur 1,76 Prozent.

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