EU-Prognose: 4,4 Prozent Plus für Eurozone 2021

Die EU-Kommission traut der Eurozone 2021 ein kräftiges Wirtschaftswachstum zu.
Die EU-Kommission traut der Eurozone 2021 ein kräftiges Wirtschaftswachstum zu. ©REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo
Trotz Lieferengpässen traut die EU-Kommission der Eurozone 2021 ein starkes Wirtschaftswachstum zu. Das BIP werde in diesem jahr um 5,0 Prozent steigen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Währungsraum werde in diesem Jahr um 5,0 Prozent steigen, im nächsten Jahr um 4,3 Prozent und 2023 um weitere 2,4 Prozent, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag zu ihrer Herbstprognose mitteilte. Im Sommer hatte die Kommission für dieses Jahr nur plus 4,8 Prozent veranschlagt und für 2022 einen Zuwachs von 4,5 Prozent geschätzt.

EU-Kommission traut der Eurozone 2021 kräftiges Wachstum zu

Fortschritte bei Impfungen im Kampf gegen die Virus-Pandemie und das Hochfahren der Wirtschaft hätten für Schwung gesorgt. Trotz der anziehenden Konjunktur gebe es Gegenwind, sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Risiken wie steigende Corona-Infektionen, höhere Inflation und anhaltende Lieferprobleme belasteten Wirtschaft und Verbraucher. Für Deutschland sagt die Kommission ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent in diesem Jahr voraus, das sich 2022 auf 4,6 Prozent beschleunigen dürfte. 2023 werde das BIP dann um weitere 1,7 Prozent zulegen. Ähnlich fiel die Prognose der sogenannten Wirtschaftsweisen im Jahresgutachten für die deutsche Bundesregierung aus.

Wirtschaft leidet unter globalen Lieferengpässen

Die Wirtschaft leidet derzeit massiv unter globalen Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten für die Industrie wie Chips. Aber auch viele Kunststoffe, Dämmmaterial, Stahl und Holz oder andere Rohstoffe sind knapp und damit teurer als zuvor. Steigende Energiepreise machen zudem Betrieben wie Verbrauchern zu schaffen.

Hoher Inflationsdruck in der Eurozone

Der hohe Inflationsdruck in der Eurozone wird nach Vorhersage der EU-Kommission kommendes Jahr nur leicht nachlassen. Die Brüsseler Behörde sagt in ihrer aktualisierten Prognose für 2021 eine Preissteigerungsrate von 2,4 Prozent voraus. Diese liegt über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die einen Wert von 2,0 Prozent als ideal für die Konjunktur anstrebt. 2022 dürfte die Inflationsrate laut der EU-Kommission noch über diesem Wert liegen, auch wenn sie mit 2,2 Prozent dann etwas schwächer ausfallen dürfte. Erst für 2023 wird in Brüssel Entwarnung signalisiert: Dann soll sich der Preisdruck nur noch mäßig um 1,4 Prozent erhöhen.

Inflation im Euroraum im Oktober so hoch wie seit 13 Jahren nicht

Die Inflation im Euroraum war im Oktober so stark geklettert wie seit über 13 Jahren nicht mehr. Angetrieben von einem kräftigen Kostenanstieg bei Energie erhöhten sich die Verbraucherpreise binnen Jahresfrist um 4,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht laut ihrem Chefvolkswirt Philip Lane davon aus, dass die als Preistreiber fungierenden Materialengpässe nachlassen werden und die Energiepreise sinken oder sich stabilisieren dürften. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos hat Erwartungen an ein deutliches Abebben des Inflationsschubs im nächsten Jahr allerdings etwas gedämpft. Im September hatten die Volkswirte der EZB in ihren Projektionen für 2022 eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent veranschlagt, die 2023 auf 1,5 Prozent absinken soll. Zur nächsten Zinssitzung Mitte Dezember legt die EZB aktualisierte Projektionen vor.

(APA/Red)

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