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EU berät Bezeichnungen: Pflanzendrinks als Milch-Alternative?

EU berät: Darf ein Haferdrink als Milch-Alternative beworben werden?
EU berät: Darf ein Haferdrink als Milch-Alternative beworben werden? ©pixabay.com (Symbolbild)
Am Mittwoch berät der EU-Ministerrat, das EU-parlament und die EU-Kommission darüber, ob pflanzliche Produkte wie aus Soja, Hafer, Mandel oder Reis noch als Alternative zu Milch beworben werden dürfen.

Über diese Frage beraten am Mittwoch der EU-Ministerrat, das EU-Parlament und die EU-Kommission in einer sogenannten Trilog-Verhandlung. Diskutiert werden Einschränkungen, die verhindern sollen, dass tierische Milchprodukte und pflanzliche Alternativen keinesfalls mehr miteinander in Verbindung gebracht werden. Wörter wie "Butterersatz" könnten bald verboten sein.

Bezeichnungen wie "Mandelmilch" seit 2017 nicht mehr erlaubt

Bezeichnungen wie "Mandelmilch" sind in der EU ohnedies nicht mehr erlaubt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilte 2017, dass als Milch nur Erzeugnisse bezeichnet werden dürfen, die aus der "normalen Eutersekretion" von Tieren gewonnen werden. Das Gleiche gilt für die Bezeichnungen von Milchfolgeprodukten als "Käse" oder "Butter".

Bezeichnungen wie "ähnlich wie Milch" könnten verboten werden

Die Position des EU-Parlaments geht nun einen Schritt weiter. Sie sieht vor, die Bezeichnung Milch für pflanzliche Produkte nicht mehr nur "direkt", sondern auch "indirekt" zu verbieten. Damit würden auch beschreibende Ausdrücke wie "schmeckt wie Butter", "ähnlich wie Milch" oder "Käseersatz" sowie ähnliche Abbildungen wegfallen.

Zu einer Entscheidung werde es am Mittwoch aber noch nicht kommen, hieß es im Vorfeld aus Ratskreisen. Die Mitgliedsstaaten hätten sich noch nicht auf eine gemeinsame Position einigen können.

Milchindustrie sieht in pflanzlichen Milchprodukten Täuschung der Konsumenten

Die Milchindustrie unterstützt die Position des EU-Parlaments. Sie sieht in pflanzlichen Milchprodukten eine Täuschung der Konsumenten. Mit "Marketinggags" werde versucht das "berechtigt gute Image der Milch für pflanzliche Produkte zu kapern", sagte Johann Költringer, Geschäftsführer der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter, der APA. Mit dem Änderungsantrag werde seiner Ansicht nach nur besser festgeschrieben, was seit dem EuGH-Urteil Stand der Dinge sei.

"In Anbetracht der Marktentwicklung wäre es absolut unverständlich, ja für Österreich sogar kontraproduktiv", wenn die "Restriktionen Wirklichkeit würden", erklärte hingegen Karl Fischer, Obmann des Vereins "Soja aus Österreich". Er fürchtet durch das Verbot von Bezeichnungen oder Aufmachungen "Wettbewerbsverzerrungen".

Für die Einschränkungen bzw. den Abänderungsantrag 171 stimmten im Oktober 2020 die EU-Abgeordneten der ÖVP und der FPÖ sowie die Grünen-EU-Mandatarin Sarah Wiener. Ihre Parteikollegen sowie SPÖ und NEOS votierten dagegen. Thomas Waitz, EU-Abgeordneter der Grünen, bezeichnete den Änderungsantrag als eine "unnötige Überregulierung". Der Konsument wisse genau,"was der Unterschied zwischen Kuhmilch und Hafermilch ist", so Waitz.

"Die Abänderung des EU-Parlaments ist nicht in der Position der Mitgliedsstaaten abgebildet", hieß es aus dem Agrarministerium gegenüber de APA. Es liege an der portugiesischen Ratspräsidentschaft, eine Position für die Verhandlungen zu finden.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte unterdessen vor einem neuen Kompromissvorschlag der Europäischen Milchindustrie. Dieser sei "fast noch strenger, das Wort 'alternativ' soll zur Liste der verbotenen Begriffe hinzugefügt werden", kritisierte Greenpeace. Die Umweltorganisation verwies darauf, die Produktion von pflanzlichen Produkten sei "in vielen Aspekten ressourcenschonender als die Produktion von Kuhmilch".

(APA/Red)

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