EU: Asyllager in Nordafrika vorerst vom Tisch

EU-geführte Aufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber in Nordafrika sind vom Tisch. Das hat der deutsche Innenminister Otto Schily in Übereinstimmung mit EU-Kommissar Vitorino erklärt.

Vor allem Frankreich hatte solche Lager strikt abgelehnt. In einem Pilotprojekt will die EU jetzt zunächst fünf nordafrikanischen Ländern beim Aufbau eigener Asylsysteme helfen.

Schiffbrüchige Flüchtlinge aus internationalen Gewässern des Mittelmeers sollen nach Ansicht Schilys und anderer Minister schon jetzt in jene Länder zurückgebracht werden, von denen ihre Schiffe ausgelaufen sind. „Da muss der Kapitän dann zunächst mal selber entscheiden, wo er sie hinbringen will“, sagte der Minister. „Das wird in der Regel der Ausgangspunkt sein.“

Die Ratsvorsitzende und niederländische Ausländerministerin Rita Verdonk kündigte finanzielle Hilfen für das Pilotprojekt mit Libyen, Algerien, Tunesien, Marokko und Mauretanien an. Dabei gehe es aber nicht um die Errichtung EU-geführter Aufnahmezentren, betonte Kommissar Vitorino.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • EU: Asyllager in Nordafrika vorerst vom Tisch
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.