Ethikunterricht: Zahlen im Religionsunterricht stabil

Trotz Einführung des Ethikunterrichts sind die Zahlen im katholischen Religionsunterricht stabil geblieben.
Trotz Einführung des Ethikunterrichts sind die Zahlen im katholischen Religionsunterricht stabil geblieben. ©APA/dpa/Philipp von Ditfurth/Sujet
Die Einführung von Ethik als Pflichtfach für alle, die ohne Bekenntnis sind oder sich von Religion abmelden, hatte keinen Einfluss auf den katholischen Religionsunterricht.
Ethikunterricht für alle, die Religion abwählen

Insgesamt seien die Zahlen im katholischen Religionsunterricht stabil, im laufenden Schuljahr besuchten in etwa gleich viele Schülerinnen und Schüler der 9. Schulstufe den Religionsunterricht wie im Vorjahr, berichtete die Kathpress am Donnerstag.

Ethikunterricht: Zahlen im Religionsunterricht stabil

Ethikunterricht als Ersatzfach wurde bisher an 233 AHS und BMHS (berufsbildenden mittleren und höheren Schulen) als Schulversuch angeboten, mit diesem Schuljahr wurde er ins Regelschulwesen überführt und damit im Ausmaß von zwei Wochenstunden an 922 Standorten verpflichtend. Gestartet wurde mit den neunten Schulstufen, der Endausbau soll 2024/25 (AHS) bzw. 2025/26 (BMHS) erreicht sein.

46 Prozent an öffentlichen Schulen in NÖ katholisch

Laut Schulamt der Erzdiözese Wien besuchen im Bereich der Erzdiözese (Wien und der östliche Teil von Niederösterreich) an öffentlichen Schulen rund 23.000 Schülerinnen und Schüler die 9. Schulstufe, etwa 46 Prozent davon sind katholisch. Von diesen mehr als 10.000 katholischen Schülern besuchen in diesem Schuljahr 7.715 den Religionsunterricht (plus 3,6 Prozent).

Mehr Schüler im katholischen Religionsunterricht als im Vorjahr

Inklusive Teilnehmern ohne religiöses Bekenntnis, die sich zu Religion angemeldet haben, besuchen insgesamt 8.196 der Schüler der 9. Schulstufe den katholischen Religionsunterricht (35,5 Prozent), das sind 0,65 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen beinhalten nicht die konfessionellen Privatschulen, wo es keinen Ethikunterricht gibt und die Kinder den Religionsunterricht entsprechend ihrer Konfession besuchen. Andrea Pinz, Leiterin des Wiener Erzbischöflichen Schulamtes, führt die stabilen Teilnehmerzahlen darauf zurück, dass durch Corona "Fragen der Lebensgestaltung, des Umganges mit persönlichen Sorgen und Ängsten und der Zukunftsorientierung verstärkt im Fokus stehen".

Viele Ethik-Lehrer unterrichten auch das Fach Religion

Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der NEOS durch Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) zeigt unterdessen, dass jeder vierte Ethiklehrer auch das Fach Religion unterrichtet. Konkret waren von den 1.118 Ethik-Lehrerinnen und -Lehrerin im Schuljahr 2021/22 303 auch als Religionslehrer im Einsatz. Den berufsbegleitenden Hochschullehrgang für Fort- und Weiterbildung im Umfang von 60 ECTS (Studienleistung von einem Jahr Vollzeitstudium) besuchen im laufenden Semester 677 Personen, ein Drittel davon in Wien.

Ethikunterricht-Angebote auch für Berufsschulen gefordert

NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre forderte gegenüber der APA "deutlich mehr Lehrpersonal mit breitem fachlichem Background über den Religionsunterricht hinaus". Sie vermisst außerdem ein ausreichendes Monitoring, um den Personalbedarf genau zu erheben, sagte sie mit Verweis auf die Antworten in der Anfragebeantwortung. Darüber hinaus forderte sie Ethikunterricht-Angebote für alle Schulen, auch für die Berufsschulen.

(APA/Red)

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