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"Es war ein anderer in mir"

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Weil er im Zuge eines heftigen Streits am 31. Mai 2003 seine Freundin Sabrina B. erstochen hat - drei kleine Kinder wurden zu Halbwaisen - musste sich am Donnerstag ein 27-Jähriger wegen Mordes vor einem Wiener Schwurgericht verantworten.

„Es war ein anderer in mir. Es ist einfach so passiert. Es tut mir so leid, es zerreißt mir das Herz“, sagte der 27-jährige, der mit der Bluttat seine drei kleinen Kinder – sieben Jahre, 18 und sieben Monate alt – zu Halbwaisen gemacht hat. Verteidiger Richard Soyer plädierte auf Totschlag.

Mit 14 war Seref D. mit seinem Vater nach Österreich ausgewandert. Der gebürtige Türke fand Arbeit als Kellner, sattelte später auf Kfz-Mechaniker um. Im Prater lernte er Sabrina kennen. Als sie 15 war, wurde sie erstmals schwanger.

“Mutter hat sich immer in alles eingemischt”
Obwohl sich die Beziehung dauerhaft gestaltete, „sind sie sich trotz der insgesamt drei Kinder nie näher gekommen“, sagte der Verteidiger. Sabrina lebte mit dem Nachwuchs bei ihrer Mutter in Favoriten, ihr Freund in einer Kellerwohnung in einem anderen Bezirk. „Wir haben nie zwei Nächte hintereinander zusammen verbracht. Schuld dran war auch ihre Mutter. Sie hat sich immer in alles eingemischt“, berichtete Seref D. Deswegen habe es auch zuletzt mit dem beabsichtigten Zusammenziehen nicht geklappt, obwohl er angeblich eine Bleibe gefunden und schon Möbel gekauft hatte.

Unmotivierte Eifersucht
Möglich, dass Sabrina aber auch wegen der unmotivierten Eifersucht ihres Freundes ein intensiveres gemeinsames Beisammensein ablehnte. Immer wieder unterstellte er ihr Männerbekanntschaften, stellte ihr heimlich nach, ohrfeigte sie, als er sie im Prater mit einem Burschen beobachtete, drohte ihr ein Mal mit dem Umbringen, was sich sogar bis zur Staatsanwaltschaft durchsprach. Die Anzeige wegen gefährlicher Drohung wurde allerdings nicht weiter verfolgt.

Der tödliche Streit in der Wohnung, in der Sabrina lebte, entzündete sich allerdings an einem Kind: Als ihr eineinhalb Jahre alter Sohn das Essen ausspuckte, legte sie ihn in den Kinderwagen und schnallte ihn – weil er lauthals schrie – mit einem Gurt fest. Dagegen protestierte der Vater, worauf sie ihm eine angeblich eine Ohrfeige verabreichte. Er packte sie darauf am Hals und stieß sie von sich.

Seiner Darstellung nach hielt er die Auseinandersetzung damit für beendet und wollte sich wieder dem Abendessen widmen, das Sabrina serviert hatte. Der 27-Jährige konzentrierte sich auf den laufenden Fernseher, als ihm seine Freundin für ihn überraschend ein Steakmesser in die linke Hand stieß.

Frau wies sogar Durchstichverletzungen auf
„Als ich das Blut spritzen sah, hab’ ich die Kontrolle verloren. Ich hab’ auch zum Messer gegriffen. Meine Augen waren zu“, erzählte Seref D. Zwölf Mal traf er die 23-Jährige im Brust- und Bauchbereich, „wobei es sogar zu Durchstichverletzungen gekommen ist“, wie Staatsanwältin Sonja Herbst ausführte. Die junge Frau verblutete auf der Wohnzimmercouch.

Ihr Freund ging noch ins Kinderzimmer und gab dem 18 Monate alten Sohn das Fläschchen. Die beiden anderen Kinder waren zum Tatzeitpunkt außer Haus. Danach stellte sich Seref D. am nächsten Wachzimmer. „Ich werde es jede Sekunde in meinem Leben bereuen. Ich hab’ in dem Augenblick nicht denken können“, versicherte er unter Tränen den Geschworenen.

Redaktion: Claus Kramsl

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