AA

Erzdiözese Wien vor größter Versammlung in ihrer Geschichte

Geistliche Gäste im Stephansdom erwartet
Geistliche Gäste im Stephansdom erwartet ©bilderbox.at
Im Rahmen des Missionsprojekts "Apostelgeschichte 2010" werden ab kommenden Donnerstag rund 1.200 Vertreter aus Orden, Bewegungen und Dienststellen im Wiener Stephansdom erwartet. Die Geistlichen wollen Konzepte erörtern, wie die römisch-katholische Kirche ihre Botschaft künftig besser nach außen tragen kann.

Insgesamt drei solcher Diözesanversammlungen sind im Laufe des Projekts “Apostelgeschichte 2010” geplant. Die zweite beginnt Anfang März, die dritte Anfang Oktober 2010. In einer Missionswoche, die am Pfingstmontag kommenden Jahres beginnt, sollen die Teilnehmer schließlich das Besprochene in die Tat umsetzen. Für Pastoralamtsleiter Michael Scharf ist vor allem die Frage, “ob wir auskunftsfreudig sind”, bei der ersten Diözesanversammlung zu erörtern. Er sprach von einem “größer angelegten Prozess”, noch nie habe es auf Diözesanebene etwas in einer vergleichbaren Dimension gegeben.

Vertreter aus 500 Pfarren der Erzdiözese haben sich für die Versammlung angemeldet. Direktiven, wie man den Menschen begegne, werde es danach aber keine geben, betonte Otto Neubauer, Leiter der Akademie für Evangelisation. “Es ist eine Einladung an alle Pfarren, selbst kreativ zu werden.” Projektleiterin Andrea Geiger betonte die Wichtigkeit eines solchen Projektes: “Wir haben es immer wieder notwendig – und es tut uns gut -, uns zu versammeln.” Missionsarbeit könne dann auch nicht nur medial gemacht werden, sondern müsse eine “Face-to-Face-Sache” sein.

Die Delegierten der ersten Diözesanversammlung am Donnerstag treffen um 14 Uhr am Stephansplatz ein. Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, wird schließlich über seine Erwartungen für das Projekt sprechen. Am Donnerstag sollen sogenannte “Prozessbeobachter” – darunter befinden sich Mitglieder anderer Kirchen – auf “blinde Flecken” in der katholischen Kirche hinweisen, so Geiger. Am Freitag wolle man schließlich “einen ersten Blick nach vorne” wagen.

Auch kirchenkritische Geister seien nicht bei der Diözesanveranstaltung ausgeschlossen, betonte Geiger. So gehöre etwa Helmut Schüller von der Pfarrer-Initiative dem Vorbereitungsteam an. Kritische Organisationen selbst habe man allerdings nicht eingeladen, da diese zumeist österreichweit organisiert seien und es sich um eine Veranstaltung der Erzdiözese Wien handle. Von den 1.200 angemeldeten Teilnehmern sind knapp 80 Prozent Laien, 55 Prozent der Delegierten männlich. Der Anteil der Unter-50-Jährigen beträgt fast die Hälfte.

Rund 150 freiwillige Mitarbeiter haben sich für die Organisation der Diözesanversammlung zur Verfügung gestellt. Am Stephansplatz werden ein Informationszelt sowie ein “Begegnungscafe” aufgestellt, kündigte Otmar Spanner von der Organisation an. Der vordere Bereich des Stephansdom werde für die Zeit der Veranstaltung für Besucher gesperrt, der hintere bleibe weiter frei zugänglich.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 1. Bezirk
  • Erzdiözese Wien vor größter Versammlung in ihrer Geschichte
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen