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Ertrunken ohne Fremdverschulden

Jener 26-jährige Gambier, der am 23. Dezember des Vorjahrs bei einer Drogenrazzia im Wiener Donaukanal ums Leben kam, ist ohne Fremdverschulden gestorben.

Zu diesem Ergebnis kommt das Obduktionsgutachten des Wiener Instituts für gerichtliche Medizin. Darauf hin hat die Staatsanwaltschaft Wien die anhängigen Vorerhebungen eingestellt. „Der Mann ist in den Kanal gesprungen und im fünf Grad kalten Wasser einfach ertrunken. Das ist tragisch. Fremdeinwirkung liegt mit Sicherheit keine vor“, so Gerhard Jarosch, der Sprecher der Anklagebehörde, am Freitag gegenüber der APA.

Die Leiche des Mannes, der gegen 22.30 Uhr am Franz-Josefs-Kai die Aufmerksamkeit einer Funkstreife auf sich gezogen hatte, worauf die Beamten ihn wegen vermuteten Drogenhandels kontrollieren wollten, wurde erst am 25. Jänner in Haslau (Bezirk Bruck an der Leitha) angeschwemmt. Der Afrikaner war auf der Flucht vor der Polizei zur Rossauer Brücke gelaufen, wobei er einige Marihuana-Päckchen wegwarf. Vom Fundament eines Brückenpfeilers stürzte sich der Nichtschwimmer offenbar in Panik ins Wasser und hoffte, irgendwie das andere Ufer zu erreichen.

Dass die Umstände seines Todes zunächst nicht näher untersucht wurden, löste Kritik von Menschenrechtsorganisationen aus. Erst als einige Medien berichteten, die Suche nach dem 26-Jährigen sei unzureichend abgelaufen bzw. von den Einsatzkräften zu rasch abgebrochen worden und bei der Leiche habe sich ein „peitschenähnlicher“ Gegenstand gefunden, wurden eine Obduktion angeordnet und gerichtliche Vorerhebungen eingeleitet.

„Es war sicher keine Peitsche, sondern eine Art Strick, der in die Gürtelschlaufen eingefädelt war“, betonte nun der Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft. Es gebe keine Zweifel, dass der Mann von sich aus und ohne vorherigen Kontakt mit Beamten gesprungen sei. Der Strick habe möglicherweise „kultischen Charakter und eine rituelle Bedeutung“, sei jedenfalls „irrelevant für das Ableben“, so Jarosch.

Dass nach dem im Wasser verschwundenen Gambier nicht sofort getaucht worden war, erklärte Innenminister Günther Platter in der vorigen Woche in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der Grünen Abgeordneten Terezija Stoisits folgendermaßen: „Grundsätzlich ist festzustellen, dass auf Grund der Dunkelheit, der Strömungsverhältnisse, Treibgut etc. sowie der Berücksichtigung der ehest möglichen Einsatzzeit von Tauchern ein solcher Einsatz nicht Ziel führend gewesen wäre.“

Die Polizisten hätten zunächst versucht, den Mann „noch mit den Armen zu erreichen“, ihn auf Grund der Dunkelheit aber rasch aus den Augen verloren. Danach wurde laut Platter „unter Einsatz von Suchscheinwerfern und Ableuchten der Wasseroberfläche“ bis 23.45 Uhr erfolglos nach dem 26-Jährigen Ausschau gehalten, woran sich letzten Endes elf Funkstreifen-Besatzungen, Rettung, Feuerwehr und der Donaudienst mit einem Boot beteiligt hatten. Für Platter steht im Hinblick darauf fest, dass die Einsatzkräfte ausreichende Maßnahmen getroffen hatten, um das Leben des Afrikaners zu retten.

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