Erstmals Stimmung bei Spanien-Training

Schön langsam kommt bei den Trainings der spanischen Fußball-Nationalmannschaft in Neustift im Stubaital so etwas wie Stimmung auf.

Waren bisher meist nur der mitgereiste Journalisten-Tross und vereinzelte Einheimische bei den Übungen von David Villa, Fernando Torres und Konsorten anwesend, fanden sich am Donnerstagvormittag im Vorfeld des zweiten Auftritts von Spanien in der Gruppe D der EURO 2008 am Samstag gegen Schweden (Innsbruck/18.00) zahlreiche Fans aus Spanien am Sportplatz im Ortsteil Kampl ein. Die rund 500 Besucher fassende Tribüne war erstmals gut gefüllt.

Allerdings ließ Teamchef Luis Aragones wieder auf dem hinter dem Stahlrohrgerüst gelegenen Trainingsplatz trainieren, wodurch viele Anhänger doch einen Platz am Spielfeldrand suchen mussten. Dabei kam es gelegentlich zu kleineren Reibereien mit der Security, die auf die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes beharrten. Allerdings gab es ein paar Schritte weiter vom Feld entfernt zahlreiche Wasserlacken, wodurch die Suche nach dem idealen Standort nicht erleichtert wurde.

Die Sicherheitskräfte machten aber einen so strengen Eindruck, dass sich selbst in spanische Fahnen gehüllte Hardcore-Fans zu Beginn des Trainings nicht trauten, ihre Schlachtgesänge anzustimmen. Erst als ein Uniformierter auf eine entsprechende Anfrage lachend mit dem Kopf nickte, legten sie los. Der Optimismus war dabei nicht zu überhören. “Europa tiene un campeon, Eviva Espana!” (“Europa hat einen Meister…”), sang eine mit bunten Perücken ausstaffierte Gruppe.

Sehr zur Freude der Spieler, wie Verteidiger Joan Capdevila (Villarreal) meinte: “Es gefällt uns natürlich, wenn viele Leute aus ganz Spanien hierher kommen, um uns zu unterstützen. Im Stadion werden auch wieder viele Anhänger sein. Das macht uns noch stärker.”

Bloß der Fan-Slogan “Austria es espanol!” (“Österreich ist spanisch!”) war wohl etwas übertrieben. Bisher macht das Stubaital mit den Fans kein Riesengeschäft. Freie Zimmer gibt es in den Hotels, Pensionen und Privatquartieren noch genug. “Die meisten Fans kommen zu den Spielen und fahren dann wieder weg”, meinte Andrea Satori, die für das Stubaital die Pressearbeit übernommen hat, gegenüber der APA. Anhänger, welche die Reise zur EURO 2008 auch mit einem kleinen Urlaub verbinden, gibt es aber weniger, als ursprünglich kalkuliert worden war. Das hartnäckig regnerische Wetter lädt freilich auch wenig dazu ein.

Die Hoffnung wurde aber dennoch noch nicht aufgegeben: “Bei der WM in Deutschland hat es auch erst nach der Vorrunde angefangen”, meinte Satori. Außerdem wisse man selbst im Tourismusbüro in Neustift nicht genau, wie viele Nächtigungen tatsächlich verbucht werden können. “Viele Bestellungen laufen ja privat über das Internet.”

Zu sehen bekamen die Zuschauer am Freitag beim Vormittags-Training übrigens recht wenig. Aragones überlastete seine Spieler nicht und ließ sie nach ein paar Stretching-Übungen lediglich wieder einmal das “tiqui-taca” (sprich Tiki-Taka), also das schnelle Kurzpassspiel, üben. Alle 23 Kaderspieler nahmen daran teil. Verletzte gibt es keine, lediglich der dreifache Torschütze beim 4:1-Sieg im Russland-Spiel, David Villa, lief mit einem bandagierten Finger umher. David “Triple-Pack” hatte sich am Dienstag im Russland-Spiel beim Jubel über das 1:0 im Dress seines Stürmerkollegen Torres verheddert und den Finger dabei verrenkt.

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