Erster Reformjudentum-Kongress in Wien

Der Kongress der europäischen jüdischen Reformgemeinden findet ab morgen, Mittwoch, 70 Jahre nach dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland, erstmals in Wien statt.

Über 300 Teilnehmer werden zwischen 13. und 16. März in der Bundeshauptstadt erwartet – darunter führende Rabbiner, Vertreter aller europäischen Gemeinden sowie die gesamte Führung der Weltunion. Das Reformjudentum ist nach Angaben der jüdisch-liberalen Gemeinde “Or Chadasch”, die größte Strömung im Judentum und vor allem in Deutschland sehr verbreitet.

Wie der Homepage der Konferenz ( http://www.orchadasch.at/conference) zu entnehmen ist, existiert das Reformjudentum (auch liberales oder progressives Judentum genannt) seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Deutschland war demnach der historische Ausgangspunkt der Bewegung. In Österreich hingegen konnte sich das Reformjudentum bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts nicht etablieren.

In Wien wurde 1990 die erste Reformgemeinde (“Or Chadasch” = “Neues Licht”) gegründet. Seither ist Or Chadasch auch Mitglied der “Weltunion für progressives Judentum”, der zahlenmäßig weltweit stärksten jüdisch-religiösen Strömung. In den USA sind heute rund 80 Prozent aller jüdischen Gemeinden entweder progressiv oder konservativ ausgerichtet, heißt es auf der Internetseite von Or Chadasch.

Während der viertägigen Konferenz sind viele Workshops zu unterschiedlichsten Themen – wie zum Beispiel “Die Stellung der Frau im Judentum” – geplant, Gottesdienste sollen abgehalten und allgemeine Probleme des Judentums allgemein, aber auch solche einzelner Gemeinden, diskutiert werden.

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