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Erste Gespräche von Bush und Putin verliefen freundschaftlich

Bei einer Bootstour und beim Hummer-Essen haben sich US-Präsident George W. Bush und Russlands Staatschef Wladimir Putin an der US-Ostküste um Entspannung zwischen Washington und Moskau bemüht.

Ein zweistündiges informelles Gespräch in der Sommerresidenz der Familie Bush in Kennebunkport verlief am Sonntag nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow „sehr freundschaftlich“. Heikle Themen wie der geplante US-Raketenschild standen erst am Montag auf der Tagesordnung. Hoffnungen auf einen diplomatischen Durchbruch hatten beide Seiten zuvor gedämpft.

„Heute haben wir uns lieber auf den Augenblick konzentriert als auf besondere Probleme“, sagte der russische Präsidentenberater Sergej Prichodko am Sonntag. In Kennebunkport solle vor allem eine gute Gesprächsatmosphäre für weitere Treffen geschaffen werden. Die Präsidenten hätten festgestellt, dass die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland nicht zur „Geisel“ der Präsidentschaftswahlen werden dürften, die im kommenden Jahr in beiden Ländern abgehalten werden. Bush äußerte seine Besorgnis über die Entwicklung Russlands und der bilateralen Beziehungen nach der Präsidentschaftswahl 2008.

Der knapp 24-stündige Mini-Gipfel in familiärem Rahmen sollte am Montag mit einem Frühstück unter vier Augen und einem möglichen zweiten Bootsausflug fortgesetzt werden. Für den Nachmittag waren eine Pressekonferenz und ein Arbeitsessen geplant.

Putin ist der erste ausländische Staatschef, den George W. Bush in der Sommerresidenz seiner Eltern empfangen hat. Trotz der zum Teil heftigen Meinungsverschiedenheiten in den vergangenen Monaten bemühten sich beide Staatschefs, den freundschaftlichen Charakter des Treffens hervorzuheben. Bushs Vater, Ex-Präsident George Bush Senior, nahm Putin in Empfang und brachte ihn persönlich zu dem Anwesen auf einer felsigen Landzunge. Putin überreichte Präsidentengattin Laura Bush einen Blumenstrauß und begrüßte sie, die ehemalige Präsidentengattin Barbara Bush und Außenministerin Condoleezza Rice mit einem Wangenkuss.

Vor allem der geplante US-Raketenschild in Europa und die politische Zukunft des Kosovo sorgen für Streit zwischen Washington und Moskau. Putin wartet noch auf Bushs Antwort auf seinen Vorschlag, statt des US-Raketenschilds gemeinsam eine Radarstation in Aserbaidschan zu nutzen. Weit auseinander gehen die Standpunkte zum Kosovo: Während die USA die Unabhängigkeit der formal noch zu Serbien gehörenden Provinz unterstützen, ist Russland strikt dagegen.

Mögliche Themen an der US-Atlantikküste waren auch die Lage im Nahen Osten sowie die umstrittenen nordkoreanischen und iranischen Atomprogramme. Laut einem Bericht der „New York Times“ vom Sonntag beriet die US-Regierung am Freitag mit Russland und anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine mögliche Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran, wonach alle Lieferungen für den und aus dem Iran nach Waffen und Nuklearmaterial durchsucht werden sollten.

Kurz vor Putins Ankunft am Sonntag hatten rund 1500 Demonstranten nur wenige hundert Meter von dem Anwesen entfernt friedlich gegen die Irak-Politik von Bush demonstriert. In einem Sarg trugen sie eine mehr als zwei Meter große Freiheitsstatue als Zeichen der „Trauer über den Tod der Freiheit“ unter Bushs Regierung.

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