Erste Gentests bestärken Sars-Verdacht

Erste Gentests haben den Sars-Verdacht in Südchina bestärkt. Speicheltests zeigten eine Übereinstimmung von rund 99 Prozent mit dem Sars-Virus, sagte der Vizedirektor des Gesundheitsamts.

Er sprach allerdings weiter von einer „möglichen” Infektion mit dem lebensgefährlichen Schweren Akuten Atemwegssyndrom (Sars), wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Da das Sars-Coronavirus selbst noch nicht von dem Patienten isoliert worden sei, seien die Gentests von großer Bedeutung für die Diagnose. Wissenschafter in zwei Labors in Hongkong, die in das Netz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingebunden sind, haben mit unabhängigen Untersuchungen des Falls begonnen. Proben waren auf Wunsch der WHO nach Hongkong gebracht worden.

Wann abschließende Erkenntnisse vorliegen, war noch nicht bekannt. Das Gesundheitsministerium in Peking behält sich vor, die Ergebnisse zu verkünden.

Sollte sich der Fall bestätigen, wäre es die erste Ansteckung außerhalb eines Labors seit dem Ende der Sars-Krise im Sommer. Seither hatten sich nur zwei Wissenschafter versehentlich an Laborproben infiziert. Wie sich der 32-jährige Patient angesteckt haben könnte, ist aber weiter völlig rätselhaft.

Der Zustand des Patienten in einem Krankenhaus von Kanton verbesserte sich unterdessen weiter. Seit neun Tagen habe er kein Fieber mehr, berichtete das Gesundheitsministerium. Ferner habe keine der 81 Kontaktpersonen Sars-Symptome gezeigt. Für fast die Hälfte wurde Xinhua zufolge die medizinische Beobachtung aufgehoben.

Die Lungenkrankheit hatte vor einem Jahr in Südchina ihren Ausgang genommen und weltweit mehr als 8000 Menschen in 29 Ländern infiziert. 774 Patienten starben.

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