Erschossener Pole gibt Kriminalisten Rätsel auf

Symbolfoto |&copy APA
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Der Fall eines erschossenen Polen gibt den Wiener Kriminalisten weiter Rätsel auf - 35-Jähriger hat in Wien als Fliesenleger gearbeitet - vier gefälschte Pässe gefunden.

Der 35-jährige Leszek Zygmunt aus Krakau war am Freitagnachmittag tot auf dem Beifahrersitz seines Renault Laguna in der Simmeringer Rappachgasse gefunden worden. Mittlerweile wurden Details aus seinem Leben in Wien bekannt. Der Mann hat laut Dr. Hannes Scherz von der Kriminaldirektion 1 „schwarz“ als Fliesenleger gearbeitet. In seinem Auto wurden außerdem gefälschte Dokumente gefunden.

In dem Renault „Laguna“ des Toten lagen vier gefälschte griechische Reisepässe und mehrere Führerscheine. Einer davon war auf den Toten selbst ausgestellt.

Angeblich Elektrogeräte nach Polen verkauft

Laut Scherz dienten die Dokumente dazu, ihm und anderen Polen vor der EU-Erweiterung leichter Arbeit zu verschaffen. Zygmunt dürfte „bei der Besorgung vielleicht eine Rolle gespielt haben“, sagte der Kriminalist. Dass er die seit 1. Mai nutzlosen Dokumente mit sich führte, sei mehr oder weniger Zufall, lautete seine Einschätzung: „Er hätte sie genauso gut wegwerfen können.“

Erste Hinweise gab es auch auf die Stunden vor dem Mord: Der Pole soll am Vorabend in einem türkischen Lokal gewesen sein.

Ein weiteres Detail gilt derzeit nur als Hinweis, sagte Scherz:
„Der Mann hat angeblich irgendwelche Elektrogeräte nach Polen verkauft.“ Über diese mutmaßlichen Geschäfte sei allerdings noch nichts Näheres bekannt.

Zwei Wohnungen in Wien

Seine Arbeit als Fliesenleger hat der Pole für eine Wiener Firma verrichtet. Außerdem hatte Zygmunt zwei Wohnungen in Favoriten gemietet. In einer davon habe er selbst gelebt, die zweite sei weitervermietet worden. Alle 14 Tage fuhr er in seine Heimat, um seine Familie zu besuchen.

Ein Spaziergänger hatte den Leichnam, der zusammengesunken auf dem Beifahrersitz des dunkelblauen Renault lag, am Freitagnachmittag entdeckt. Er hatte drei Einschüsse in Kopf, Hals und Oberarm. Für die Tat gibt es angeblich mehrere Ohrenzeugen, die gegen 3.15 Uhr Schüsse gehört haben.

Redaktion: Michael Grim

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