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Erneut radioaktive Spuren von Fukushima-Unfall vor Kanada

Folgen des Atomunglücks von Fukushima bis nach Kanada messbar
Folgen des Atomunglücks von Fukushima bis nach Kanada messbar
Vier Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima (Japan) haben Experten erneut radioaktive Spuren vor der Küste Nordamerikas gemessen. Doch wie bereits bei den schon kurz nach dem GAU entdeckten Spuren betonen auch diesmal Wissenschafter, dass die Werte verschwindend gering seien und keine Gefahr für die Gesundheit darstellten.


“Die Werte, die wir sehen, sind so niedrig, dass wir keine Auswirkungen auf die Gesundheit der Meeresumwelt oder der Menschen, die an der Küste leben, erwarten”, sagte der Meeresforscher Jay Cullen von der University of Victoria der Nachrichtenagentur The Canadian Press. Bereits kurz nach dem GAU waren 2011 radioaktive Teilchen in Kanada, den USA und auch in Österreich und Deutschland festgestellt worden.

Die neusten Funde wurden im Februar bei Proben in der kanadischen Provinz British Columbia gemacht. Dabei sei direkt an der Küste auch Cäsium 134 gemessen worden, teilte das Forschernetzwerk Fukushima Inform mit. Das Isotop rühre “eindeutig” vom Gau in Fukushima in Folge eines schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 her.

Andere Quellen wie der Atomunfall von Tschernobyl 1986 könnten als Ursache für die nahe der Ortschaft Ucluelet in British Columbia gefundenen radioaktiven Spuren ausgeschlossen werden, da das Isotop so weit zerfallen sei, dass es nicht mehr nachweisbar sei.

Die Konzentration an radioaktivem Cäsium-134 liege vor Ucluelet um mehr als das Tausendfache unter der für Trinkwasser erlaubten Höchstmenge, erklärte Cullen, der dem Wissenschaftlernetzwerk Fukushima Inform vorsteht. Dem im August gegründeten Netzwerk gehören Forscher in Kanada und USA, Gesundheitsexperten, Nichtregierungsorganisationen sowie Freiwillige an, die Proben an der Pazifikküste sammeln.

Radioaktive Teilchen aus Fukushima waren bereits 2011 unter anderem in den USA, Europa und Südamerika registriert worden. Der deutsche Atomphysiker Prof. Jens Dilling vom kanadischen Nationallabor für Teilchen- und Atomphysik in Vancouver hatte damals zu den kanadischen Werten gesagt: “Die Radioaktivität aus Japan hat zu keiner Zeit ein gesundheitliches Risiko bedeutet. Ein Besuch beim Zahnarzt mit ein paar Röntgenaufnahmen bringt eine höhere Strahlenbelastung mit sich.”

Ein kanadisches Team um John Norton Smith vom Bedford Institute of Oceanography in Dartmouth, hatte bereits mehrfach Cäsium-Isotope 134 und 137 vor der Küste Kanadas nachgewiesen. Die Forscher beschreiben ihre Analysen im Fachjournal “PNAS” vom Jänner 2015. Auch sie gehen von keinerlei Gefahr für Mensch und Umwelt in dem Gebiet aus.

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