Ermittlungen zu Stockholmer Attentat laufen auf Hochtouren

Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Selbstmordanschlags vom vergangenen Samstag in Stockholm laufen auf Hochtouren.
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Explosionen und Droh-Mails

Als wahrscheinlichen Täter hat die schwedische Justiz mittlerweile offiziell den 28-jährigen Taimur Abdel Wahab bezeichnet. Indessen wird auch in Großbritannien ermittelt, wo sich Wahab einige Jahre lang als Student aufgehalten hatte. Die schwedische Polizei verstärkte am Montag ihre Präsenz im ganzen Land

Zu “98 Prozent” sei davon auszugehen, dass es sich bei dem Täter und somit dem nach einer der beiden am Samstag gemeldeten Explosionen gefundenen Toten um Taimur Abdel Wahab handelte, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Tomas Lindstrand am Montag in Stockholm.

Wahab stammt angeblich aus dem Irak. 1992 soll er von Bagdad nach Schweden übersiedelt und dort eingebürgert worden sein, bevor er 2001 zum Studium nach England ging. In der Stadt Luton soll er angeblich in den selben Kreisen verkehrt sein wie die Attentäter auf die Londoner U-Bahn Anfang Juli 2005. Seine Frau und drei Kinder leben Medienangaben zufolge in Großbritannien. Den Geheimdiensten sei Wahab vor dem Anschlag nicht bekanntgewesen. Die britische Polizei untersuchte am späten Sonntagabend ein Haus in der Grafschaft Bedfordshire nördlich von London.

Laut dem auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE könnte der Stockholmer Attentäter im Auftrag des irakischen Arms des Terrornetzwerks Al-Kaida gehandelt haben. In seinem Testament habe sich Wahab auf Terrordrohungen des irakischen Al-Kaida-Ablegers “Islamischer Staat Irak gegen Schweden” bezogen.

Am Samstag hatten sich in der Stockholmer Innenstadt zwei Explosionen ereignet, bei denen zwei Menschen leicht verletzt wurden. Der mutmaßliche Attentäter kam dabei ums Leben. Lindstrand sagte weiters, das Attentat sei offenbar “gut vorbereitet” gewesen. Deshalb gehe man von Helfern bei der Vorbereitung aus. Es gebe aber bisher keine weiteren, konkret Verdächtigen.

Es gebe Vermutungen, dass der Täter auf dem Weg zum Stockholmer Hauptbahnhof oder in ein bekanntes Kaufhaus gewesen sei, als eine Rohrbombe an seinem Körper wahrscheinlich versehentlich explodierte. Der Tote habe einen Bombengürtel getragen, weitere Bomben im Rücksack und etwas, das wie ein Druckkochtopf aussah. “Er war mit Bombenmaterial wahrlich gut ausgerüstet”, so der Staatsanwalt.

Lindstrand bestätigte auch, dass das kurz vor der Zündung der Bomben am Samstag bei der schwedischen Nachrichtenagentur TT und bei der Sicherheitspolizei (SÄPO) eingegangene Droh-Email von Wahabs Handy aus gesendet wurde.

Die schwedische Polizeibehörde beschloss am Montag, die bereits unmittelbar nach dem Selbstmordanschlag verstärkte Präsenz an öffentlichen Plätze in Stockholm auf das ganze Land auszuweiten. Dies geschehe, damit sich die Bürger sicherer fühlten und jederzeit Ansprechpartner hätten, wenn sie Unruhe verspürten, hieß es in einer Polizeiaussendung. Die seit Oktober in Schweden erhöhte Sicherheitswarnstufe bleibe in des vorerst unverändert.

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