Erfolg für "Kommissar DNA"

Mord an einem 46-jährigen Mann aus Meidling im Februar dürfte geklärt sein - 37-jähriger Mann ist in Haft - DNA-Spuren sprechen gegen ihn - er leugnet jedoch.

Ein Streit unter Alkoholeinfluss hat einen gebürtigen Polen in Wien-Meidling das Leben gekostet. Was zunächst als möglicher Selbstmord eingeschätzt worden war, entpuppte sich als Tötungsdelikt. Rund fünf Wochen nach der Tat, die sich am 20. Februar ereignet hat, ist der nach Ansicht der Ermittler Schuldige ausgeforscht, teilte der Leiter der Kriminaldirektion 1, Dr. Ernst Geiger, mit. Der Verdächtige, ein amtsbekannter Gewalttäter, saß da schon wegen eines anderen Delikts in U-Haft.


Die Leiche des 46-jährigen Leszek R. war am 21. Februar entdeckt worden. Seine von ihm getrennt lebende Frau, die sich um den schweren Alkoholiker kümmerte, fand den Toten in dessen verwahrloster Wohnung in der Steinackergasse in Meidling. Der gebürtige Pole wies zwei Stichverletzungen im Brustbereich auf, das Messer lag neben der Leiche, berichtete Geiger.


Die polizeiliche Kommission ging zunächst von Selbstmord aus. Fremdverschulden wurde aber nicht ausgeschlossen, eine Obduktion sollte für Klarheit sorgen. Vier Tage später stand fest, dass ein Tötungsdelikt vorliegt. Ermittlungen und DNA-Spuren in der Wohnung führten zum 37-jährigen Günter W.


Der Verdächtige soll sein späteres Opfer wenige Stunden vor dessen Tod in einem Lokal kennen gelernt und mit ihm gezecht haben. Leszek R. lud seinen neuen Bekannten zu sich nach Hause ein, wo weiter getrunken wurde. Was zu dem tödlichen Streit geführt hat, ist unbekannt.


Günter W. streitet die Tat ab. Er selbst sei nur dabei gewesen, wie Leszek R. von einem ihm unbekannten Landsmann erstochen worden sei. „Anhand der DNA-Spuren in der Wohnung können wir aber ausschließen, dass eine dritte Person anwesend war“, sagte Geiger. Der 37-Jährige gelte als überführt. Er habe sich noch eine Suppe gekocht und die Leiche zugedeckt, ehe er den Tatort verließ.


Nach der Ausforschung des Verdächtigen mussten ihn die Kriminalisten gar nicht mehr festnehmen: Günter W. befindet sich schon seit 2. März in Untersuchungshaft. Er hatte in der Brigittenau mehrere Personen mit einer Gaspistole bedroht und war deswegen hinter Gittern gelandet. Sein Strafregister weist mehrere Fälle von Körperverletzungen und gefährlichen Drohungen auf.

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