Eröffnung von Warhol-Austellung

Picasso und Warhol - das sind die Namen, die jedem einfallen, wenn er auf der Straße nach einem Künstler gefragt wird. Davon ist Joel Wachs, Präsident der „Andy Warhol Foundation for the Visual Arts“ überzeugt.

„Musik war immer ein Teil seiner Welt“, meinte er am Donnerstagabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Andy Warhol: Popstars“ in der Wiener Albertina über den Künstler. Bis 18. Februar 2007 sind dort teilweise noch nie gezeigte Zeichnungen und Collagen zu sehen.

„Er hat den Sachen einfach eine neue Tiefe gegeben“, sagte Architekt Hans Hollein zur APA. Mit seinen Porträts habe er wirkliche Ikonen geschaffen und einfachen Dingen eine neue Bedeutung gegeben. Inspiriert habe ihn vor allem Warhols Fähigkeit Gegenständen eine neue Identität zu geben – auch wenn sie nicht in gesellschaftliche Vorgaben passten.

Die Abbildung von Berühmtheiten war eine sehr klug angelegte Doppelstrategie, durch die Warhol selbst bekannt geworden sei, meinte Architekt Wilhelm Holzbauer. Als „Brand Name“ habe er die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart geprägt.

Christian Ludwig Attersee zeigte sich vor allem von der gesellschaftskritischen Arbeit des Künstlers begeistert Er habe Autounfälle, Geldnoten oder einen elektrischen Stuhl als Kunst salonfähig gemacht und die Reichen dazu gebracht, sie in ihre Wohnungen zu stellen, so der Maler, der gemeinsam mit Ehefrau Ingried Brugger zur Eröffnung erschienen war. Trotz dieser Karikatur von Geldgier und Gewaltbesessenheit konnte Warhol aber immer das Gleichgewicht zum Kommerz halten.

Die Modernität seiner Werke liege im Bezug, den er zu gewöhnlichen Gegenständen – zum Beispiel Suppendosen – herstelle, meinte Musiker Peter Cornelius. „Sozusagen als Zivilisatorisches Denkmal. Er war ein Zyniker, auch das findet man wieder als Antrieb in seinen Arbeiten.“

„Ich finde er ist ein fürchterlicher Revoluzzer“, meinte Alfons Haider über den „amerikanischen Lagerfeld der Fotografie“. Er selbst habe bisher nur einen Andy Warhol – in Form eines Starschnitts der Jugendzeitschrift „Bravo“ – besessen. Für Museums-Lady Agnes Husslein ist Warhol vor allem eine „Ikone der Pop-Art-Künstler“.

Zur Eröffnung der Ausstellung in Wien erschienen unter anderem Edith Klestil, Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) und Galerist Thaddaeus Ropac, der wenige Stunden zuvor mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik ausgezeichnet worden war. Auch die Künstler Walter Obholzer und Hubert Scheibl, Warhol-Experte Rainer Crone sowie Society-Lady Eva Fuchs befanden sich unter den Gästen.

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