Erdbeben um Mürzzuschlag bis Wien spürbar

Ein Erdbeben der Stärke 4,6 nach Richter hat in der Nacht auf Freitag den Raum Mürzzuschlag erschüttert. Beim Erdebebendienst waren insgesamt 850 Wahrnehmungsmeldungen telefonisch und per Internet eingegangen.

“Nicht dramatisch von der Schadenslage her, aber ein doch auffälliges Ereignis”, hieß es dazu vom Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Vormittag. Insgesamt waren 850 Wahrnehmungsmeldungen telefonisch und per Internet eingegangen. Die Einsatzkräfte berichteten von Rissen in Mauern, abgelösten Dachziegeln sowie Abbrüche an Balustraden.

Das Beben wurde um 23.27 Uhr registriert, und zwar vornehmlich im Raum Mürzzuschlag, aber auch im oststeirischen Bezirk Hartberg. Die Auswirkungen waren aber auch in Niederösterreich bis Wien spürbar. Bei der Polizei gingen einige Anrufe ein, besorgte Bewohner verließen kurzzeitig ihre Häuser. Konkrete Beschädigungen wurden etwa aus Spital am Semmering gemeldet, wo in einem älteren Gebäude Ziegel vom Dach gefallen und Risse in der Mauer aufgetreten sind.

Die Schäden hielten sich aber in summa in Grenzen: Bei der Landeswarnzentrale waren bis zum Vormittag keine Berichte eingegangen, auch die Feuerwehren in Mürzzuschlag und Hartberg hatten diesbezüglich keine Einsätze zu vermelden. Die Asfinag hat Freitag früh dennoch vorsorglich mit der Überprüfung der Tunnelkette im Zuge der S6 Semmeringschnellstraße begonnen.

Wie Anton Vogelmann von der Zentralanstalt sagte, ereigne sich ein Erdbeben dieser Größenordnung alle drei bis fünf Jahre in Österreich. Beim Mur- und Mürztal handle es sich um ein “klassisches Erdbebengebiet”, das zuletzt in dieser Stärke 1984 erschüttert worden war. Heuer hatte es vergleichbare Ereignisse bereits in Trieben und in Appenzell (Schweiz) mit Schadenwirkung bis Vorarlberg gegeben.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ersucht um Wahrnehmungsmeldungen online unter http://www.zamg.ac.at, wo ein Erdbebenformular zu finden ist.

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