"Er hat keinen eigenen Stil"

Lagerfeld ist nicht nur das Mastermind von Chanel, er hat sich mittlerweile auch als größtes Lästermaul der Modebranche einen Namen gemacht. Sein jüngstes Opfer ist Designer-Kollege Wolfgang Joop. Doch von "Kollege" kann keine Rede sein.

Karl Lagerfeld hat ein Mundwerk, das eigentlich schon waffenscheinpflichtig wäre. Jetzt ist die stets in schwarz-weiß gekleidete Diva der Modewelt auf seinen eigenen Kollegen losgegangen: den deutschen Designer Wolfgang Joop. Aber “Kollege” ist vermutlich nicht der richtige Ausdruck. Der spielt nämlich nicht in Lagerfelds Liga, wohlgemerkt.

Dabei hätte man meinen können, die zwei Modemacher verstünden sich prächtig. Wo sie doch beide mit Vorliebe über Landsfrau Heidi Klum herziehen. Während Lagerfeld bekannt gab, dass er die Modelmama der Nation nicht einmal kenne – so unwichtig sei sie – bezeichnete Joop sie als den “Durchschnitt in Perfektion”. Das müsste doch einen gewissen Zusammenhalt schaffen, möchte man meinen.

“Er kann alles gut imitieren”

Aber nix da. In einem aktuellen Interview mit dem deutschen “Tagesspiegel” antwortete Lagerfeld auf die Frage, was er von Wolfgang Joop halte: “Ach, das Wunderkind. Sein Drama ist, dass er nicht ich ist. International kennt ihn doch keiner. Er kann alles gut imitieren, aber er hat keinen eigenen Stil.”

Autsch. Das hat gesessen. Und weil er gerade dabei war, teilte er auch an Jil Sander im Vorbeigehen eine Verbalwatsche aus. Die Modemacherin sei “halb im Ruhestand”, so Lagerfeld. “Ein entsetzliches Wort! Klingt wie Vorzimmer vom Friedhof”, fügte er noch hinzu.

Der einzige deutsche Designer, der bei ihm gut wegkommt, ist der in Berlin lebende Michael Michalsky. “Er ist der Einzige, und er ist auch das Einzige, was ich an Berlin schätze, tut mir leid”, konstatiert der Exzentriker.

Joops Retourkutsche kommt bestimmt

Wolfgang Joop wird die herbe Kritik des Grandseigneur der Haute Couture nicht auf sich sitzen lassen. Schließlich hat auch er eine äußerst spitze Zunge vorzuweisen. Auf Trost und Zuspruch aus der eigenen Familie kann er dabei wohl nicht hoffen. Mit seiner Tochter Jette kommuniziert der Modemacher nämlich nur über seine Anwälte. Die beiden streiten seit Jahren um den Familiensitz, ein Anwesen im noblen Potsdam-Bornstedt.

Der Krieg der männlichen Modezicken geht bestimmt weiter. Wir bleiben dran.

(seitenblicke.at/Foto: dapd)

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