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Entlassung wegen Scientology-Kritik?

Die Entlassung eines US-Journalisten sorgt für Aufsehen: Dieser behauptet nämlich, Tom Cruise und Travolta-Gattin Kelly Preston hätten veranlasst, dass er gefeuert würde, weil er gegen Scientology aufgetreten war. Nun klagt der Journalist seinen Ex-Arbeitgeber Fox News.

Roger Friedman ist ein Mann, der sich nie ein Blatt vor den Mund, beziehungsweise vor die Tatstatur nahm; als langjähriger Online-Kolumnist des US-Senders Fox News teilte der 52-Jährige stets ordentlich aus. Unter anderem war es die Organisation Scientology, die Friedman laufend kritisierte. So gab er unter anderem der “Glaubensgemeinschaft” in seiner Kolumne Mitschuld am Tod ihres Mitglieds, des Musikers Isaac Hayes, und zeriss Tom Cruise – bekanntlich ebenfalls Scientologe – mit seinem Film “Operation Walküre” in der Luft. Doch es war eine andere Filmkritik, die Roger Friedman schließlich den Job kostete …
Entlassung wegen “Wolverine”
Lange bevor Hugh Jackmans X-Men-Ableger “Wolverine” im Frühjahr 2009 in die Kinos kam, geisterte bereits eine unfertige Kopie der Comicverfilmung durchs Intrernet. Und ebendiesen (illegalen) “Workprint” sah sich Friedman an, um nachher darüber auf dem Fox-News-Webportal zu schreiben. Kurze Zeit später wurde der Journalist von seinen Vorgesetzten überraschend gefeuert; er hätte sich die Kopie niemals downloaden dürfen, so der Vorwurf der Arbeitgeber. Friedman jedoch bestreitet alle Vorwürfe: er habe nichts aus dem Netz runtergeladen, sondern sich den Film einfach online angesehen.
Der Kolumnist, der mittlerweile einen neuen Job beim Branchenblatt “The Hollywood Reporter” bekam, will sich seine Entlassung nun nicht so ohne weiteres gefallen lassen – und holt seinerseits zum Gegenschlag aus: Er verklagt die Fox-Bosse, weil er ihnen vorwirft, sich von hochrangigen Scientologen gedrängt haben zu lassen, ihn, Friedman, loszuwerden.
Cruise & Preston auf Kriegspfad?
Unter anderem hätten laut Roger Friedman Tom Cruise und Kelly Preston, Ehefrau von John Travolta, bei den Verantwortlichen seines Senders interveniert Preston habe ihn, so der Journalist weiter, bereits 2008 auf dem Begräbnis von Isaac Hayes als “religiösen Fanatiker” bezeichnet und soll das Treffen zwischen Friedmans Chefs und Scientology-Vertretern organisiert haben.
Friedmans Anwalt Martin Garbus erklärte: “Indem Roger fälschlicherweise der Video-Piraterie beschuldigt wird, will man den Ruf eines angesehenen Journalisten ruinieren. Ich habe gesehen, wie Scientology die mächtigsten Medien einschüchtert. Das dürfte auch hier passiert sein.”
Und was sagen Cruise und Preston dazu? Sie bestreiten ihrerseits via diverser Anwälte natürlich alle Anschuldigungen. Man darf also auf einen etwaigen Prozess gespannt sein.
(seitenblicke.at/Foto: AP)

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