Enthüllungen zu Sharons Wahlkampf

Die Affäre um die Finanzierung seines innerparteilichen Likud-Wahlkampfes hat eine für den israelischen Regierungschef Sharon möglicherweise unheilvolle Wendung genommen.

Das Zweite Israelische Fernsehen hat am Montagabend ein Tonband abgespielt, das Sharons ehemaliger Strategie-Berater David Spector ohne Wissen des Ministerpräsidenten aufgenommen hatte. Die Opposition hat daraufhin am Dienstag den Rücktritt Sharons gefordert.

Der Fraktionschef der Arbeiterpartei in der Knesset, Ofir Pines, und der Meretz-Abgeordnete Ran Cohen erklärten, Sharon könne nicht länger an der Spitze der Regierung bleiben, ohne das wichtige Amt zu beschädigen. Es sei Sharons Pflicht zurückzutreten, sagte Cohen im Militärrundfunk. Der Regierungschef habe sich seine Machtposition mit Geld erkauft, und es sei klar, dass seine der Polizei präsentierte Version eine Lüge gewesen sei, betonte Pines.

Nach Darstellung Spectors enthüllen die Aufnahmen, dass Sharon sehr wohl wusste, woher viele Gelder für seinen Kampf um den Vorsitz des rechtsgerichteten Likud-Blocks 1999 kamen. „Er war in alles eingeweiht und kümmerte sich selbst um jede Einzelheit”, sagte Spector im Fernsehen.

Bereits am 6. Jänner hatte das israelische Fernsehen ein Video gezeigt, auf dem der Sohn und Berater Sharons, Omri, sich mit Spector und dem Likud-Mitglied Uri Shani unterhält. Shani schlug in dem Gespräch vor, Parteigelder für die Kampagne Sharons vor der Wahl des Parteichefs zu nutzen. In dem Video erwidert Omri darauf nichts. Sharon und sein Sohn waren bereits im April vergangenen Jahres von der Polizei wegen illegaler Wahlkampffinanzierung verhört worden. Sharon hatte damals alle Anschuldigungen als „verachtenswerte Verleumdung” zurückgewiesen.

Eine wichtige Rolle in dem Skandal spielt ein illegales Darlehen des südafrikanischen Geschäftsmanns Cyril Kern, das über ein Konto in Österreich zurückgezahlt wurde. Das Darlehen soll dazu bestimmt gewesen sein, den innerparteilichen Wahlkampf Sharons zu finanzieren. Die israelische Opposition hatte von der Regierung im vergangenen Herbst auch Auskunft darüber verlangt, ob die Wiederherstellung vollwertiger diplomatischer Beziehungen zu Wien mit geschäftlichen Kontakten der Familie Sharon in Zusammenhang stehe.

Die Fraktion der Arbeiterpartei hatte eine dringliche Anfrage an Sharon und an Außenminister Silvan Shalom gerichtet, um in Erfahrung zu bringen, ob die Regierung der Entsendung eines israelischen Botschafters nach Wien im „Tausch” für die österreichische Weigerung zugestimmt habe, in Sachen Sharon-Wahlkampf-Spendenaffäre Untersuchungen anstellen zu lassen.

APA/AFP) – Die Affäre um die Finanzierung seines innerparteilichen Likud-Wahlkampfes hat eine für den israelischen Regierungschef Ariel Sharon möglicherweise unheilvolle Wendung genommen. Das Zweite Israelische Fernsehen hat am Montagabend ein Tonband abgespielt, das Sharons ehemaliger Strategie-Berater David Spector ohne Wissen des Ministerpräsidenten aufgenommen hatte. Die Opposition hat daraufhin am Dienstag den Rücktritt Sharons gefordert.

Der Fraktionschef der Arbeiterpartei in der Knesset, Ofir Pines, und der Meretz-Abgeordnete Ran Cohen erklärten, Sharon könne nicht länger an der Spitze der Regierung bleiben, ohne das wichtige Amt zu beschädigen. Es sei Sharons Pflicht zurückzutreten, sagte Cohen im Militärrundfunk. Der Regierungschef habe sich seine Machtposition mit Geld erkauft, und es sei klar, dass seine der Polizei präsentierte Version eine Lüge gewesen sei, betonte Pines.

Nach Darstellung Spectors enthüllen die Aufnahmen, dass Sharon sehr wohl wusste, woher viele Gelder für seinen Kampf um den Vorsitz des rechtsgerichteten Likud-Blocks 1999 kamen. „Er war in alles eingeweiht und kümmerte sich selbst um jede Einzelheit”, sagte Spector im Fernsehen.

Bereits am 6. Jänner hatte das israelische Fernsehen ein Video gezeigt, auf dem der Sohn und Berater Sharons, Omri, sich mit Spector und dem Likud-Mitglied Uri Shani unterhält. Shani schlug in dem Gespräch vor, Parteigelder für die Kampagne Sharons vor der Wahl des Parteichefs zu nutzen. In dem Video erwidert Omri darauf nichts. Sharon und sein Sohn waren bereits im April vergangenen Jahres von der Polizei wegen illegaler Wahlkampffinanzierung verhört worden. Sharon hatte damals alle Anschuldigungen als „verachtenswerte Verleumdung” zurückgewiesen.

Eine wichtige Rolle in dem Skandal spielt ein illegales Darlehen des südafrikanischen Geschäftsmanns Cyril Kern, das über ein Konto in Österreich zurückgezahlt wurde. Das Darlehen soll dazu bestimmt gewesen sein, den innerparteilichen Wahlkampf Sharons zu finanzieren. Die israelische Opposition hatte von der Regierung im vergangenen Herbst auch Auskunft darüber verlangt, ob die Wiederherstellung vollwertiger diplomatischer Beziehungen zu Wien mit geschäftlichen Kontakten der Familie Sharon in Zusammenhang stehe.

Die Fraktion der Arbeiterpartei hatte eine dringliche Anfrage an Sharon und an Außenminister Silvan Shalom gerichtet, um in Erfahrung zu bringen, ob die Regierung der Entsendung eines israelischen Botschafters nach Wien im „Tausch” für die österreichische Weigerung zugestimmt habe, in Sachen Sharon-Wahlkampf-Spendenaffäre Untersuchungen anstellen zu lassen.

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