Enron-Pleite nicht politisch

US-Präsident George W. Bush hat den Zusammenbruch des Energiekonzerns Enron als rein wirtschaftliche Angelegenheit ohne politische Implikationen bezeichnet.

Bush wies am Montag Anschuldigungen zurück, Enron habe im Zuge des Konkursverfahrens Unterstützung aus dem Weißen Haus erhalten. Zugleich bekräftigte der Präsident, er werde nicht die Namen der Unternehmensvertreter preisgeben, mit denen sich er sich zur Abstimmung der Energiepolitik getroffen habe.

Wer ehrliche Meinungen hören wolle, müsse seinen Gesprächspartnern Vertraulichkeit zusichern können. „Diejenigen, die mir oder dem Vizepräsidenten ihre Meinung anbieten, müssen wissen, dass kein Wort an die Öffentlichkeit dringt,“ sagte Bush. Ermittler des Kongresses wollen noch in dieser Woche entscheiden, ob das Weiße Haus per Gerichtsbeschluss gezwungen werden soll, Unterlagen über die Unterredungen von US-Vizepräsident Dick Cheney mit Vertretern von Energiekonzernen herauszugeben.

„Dies ist keine politische Angelegenheit“, sagte Bush. „Es ist eine betriebliche Angelegenheit, mit der dieses Land fertigwerden muss.“ Das Weiße Haus hatte kürzlich eingeräumt, dass sich Enron-Vertreter vor dem Konkurs des Unternehmens sechs Mal mit Cheney oder seinen Beratern getroffen hatten.

Die Enron-Pleite gilt als der größte Konkurs in der Geschichte der USA. Mitte November hatte Enron eingeräumt, den Gewinn in den vergangenen vier Jahren um rund 20 Prozent zu hoch angegeben und einen Großteil der Schulden von 15 Milliarden Dollar nicht in den Bilanzen ausgewiesen zu haben. Nach gescheiterten Übernahmeverhandlungen mit Dynegy hatte Enron Anfang Dezember Konkurs angemeldet.

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