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Emotionale Debatte bei Elefantenrunde vor der NÖ-Wahl

Angriffige Spitzenkandidaten bei Elefantenrunde von oe24.tv zur NÖ-Wahl.
Angriffige Spitzenkandidaten bei Elefantenrunde von oe24.tv zur NÖ-Wahl. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Niederösterreich zeigten sich am Dienstagabend bei einer Elefantenrunde von oe24.tv durchwegs angriffig. Vor allem das Thema Asyl ließ die Emotionen hochkochen.

Vor dem Urnengang am Sonntag entbrannten emotionale Diskussionen in Sachen ORF NÖ und Asyl. Etwas zurückhaltender und auf Abwarten bedacht gab man sich beim Thema Umfragen und bezüglich etwaigen Bündnissen.

Elefantenrunde: Vorwürfe gegen ORF-NÖ-Landesdirektor Ziegler

Zu Vorwürfen gegen ORF-NÖ-Landesdirektor Robert Ziegler aus dessen Zeit als Chefredakteur stellte SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl mit Verweis auf "Geschichen, die kolportiert werden" in den Raum, dass Ziegler stets am Montag ins Büro von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) gekommen sei, um "Wochenschwerpunkte und Themen" zu besprechen. Ziegler sei immer montags herbestellt worden, "um die politische Marschrichtung für den ORF vorzugeben". Das sei "ein politischer Skandal der ÖVP Niederösterreich". Die Aussage, "dass es hier regelmäßige Termine gegeben hat", bezeichnete Mikl-Leitner daraufhin als "Verleumdung". Die eigens eingerichtete Kommission habe nun über etwaige Konsequenzen zu entscheiden. Es handle sich um "eine Angelegenheit des ORF".

NÖ-Spitzenkandidaten: Beim Thema Asyl gingen die Wogen hoch

Auch beim Thema Asyl gingen die Wogen hoch. FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer kritisierte die Volkspartei, für Schnabl haben ÖVP-Politiker im Innenministerium bei dem Thema "überhaupt nichts zusammengebracht". Mikl-Leitner gab zu Protokoll, dass das Asyl-Thema "mit Populismus" nicht beseitigt werde, es brauche "eine europäische Lösung". NEOS-Spitzenkandidatin Indra Collini beförderte die Diskussion geografisch wieder nach Niederösterreich zurück und betonte, dass mit FPÖ-Asyl-Landesrat Gottfried Waldhäusl "der Bock zum Gärtner gemacht" worden sei. Helga Krismer, Listenerste der Grünen, schlug in eine ähnliche Kerbe und übte Kritik an geschlossenen Betreuungsplätzen.

SPÖ, ÖVP und FPÖ zu Wahl-Umfragen

Nicht ganz so emotional wurde das Thema Umfragen debattiert. Schnabl relativierte die aktuellen, für seine SPÖ wenig vorteilhaften Prognosen. Landbauer beruhigen die zuletzt guten Werte der Freiheitlichen laut eigenen Angaben nicht. Mikl-Leitner sagte einmal mehr, dass Blau-Rot verhindert werden müsse. Eine absolute Mehrheit für FPÖ und SPÖ sei "in Griffweite". Einen Rücktritt wischte sie auch für den Fall des Eintretens dieses Szenarios vom Tisch: "Da gibt es keinen Grund, hier zurückzutreten."

Apropos Blau-Rot: Ein solches Bündnis schloss Schnabl nicht dezidiert aus. "Meine Hand ist offen gegenüber allen hier", sagte der LH-Stellvertreter - "die Inhalte sind die roten Linien". Landbauer gab sich zurückhaltend und ortete Stolpersteine, das Verhältnis zur SPÖ sei "nicht so viel einfacher" als jenes zur ÖVP. Für Collini bleibt Mikl-Leitner definitiv Landeshauptfrau, Blau-Rot sei ein in den Raum gestelltes "Schreckensgespenst". Krismer sah Landbauer im Gepäck von ÖVP und SPÖ. Wer den Freiheitlichen nicht dabei haben wolle, müsse Grün wählen.

(APA/Red)

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