EMA gab grünes Licht für Corona-Drittstiche

Die EMA genehmigt Drittimpfungen mit dem Corona-Impfstoff von BionTech-Pfizer.
Die EMA genehmigt Drittimpfungen mit dem Corona-Impfstoff von BionTech-Pfizer. ©APA_Georg Hochmuth
Die Arzneimittelbehörde der EU genehmigte die Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff. Die dritte Impfung soll frühstens sechs Monate nach der Zweitimpfung erfolgen.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus genehmigt. Eine Booster-Impfung mit dem Corona-Vakzin komme für Menschen ab 18 Jahren in Betracht, erklärte die EMA am Montag. Die dritte Impfung solle frühestens sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis erfolgen. Österreich hatte bereits zuvor begonnen, früh erstgeimpften Personen einen dritten Stich anzubieten - das aber ohne Zulassung, also Off-Label.

Nationales Impfgremium sieht sich bestätigt

Die Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA bestätige das Vorgehen des Nationalen Impfgremiums in Österreich und zeige, dass hier bereits frühzeitig die richtige Richtung eingeschlagen wurde, kommentierte das Gesundheitsministerium am Abend. "Das Nationale Impfgremium beschäftigt sich regelmäßig mit den neuen Daten und wird sich daher auch in den kommenden Tagen zu den aktuellen Empfehlungen der europäischen Behörden äußern", hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

In Österreich werden seit August Auffrischungsimpfungen gemacht

Die Auffrischungsimpfung wird auf Empfehlung des Nationalen Impfgremiums (NIG) von Mitte August hierzulande mit den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna durchgeführt. Auch alle mit einem anderen Vakzin erst- beziehungsweise zweitgeimpfte Personen sollen diese Mittel erhalten. Über den dritten Stich werden die Menschen in Österreich künftig per Brief informiert und zur Auffrischung aufgefordert, hatte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am vergangenen Freitag angekündigt.

Auch Moderna beantragte eine Zulassung für Drittimpfungen

Einige weitere Länder haben ebenfalls bereits damit begonnen, Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen anzubieten. Befürworter einer Drittimpfung argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion. Kritiker fordern dagegen, zuerst nicht gegen das Coronavirus geimpfte Menschen etwa in Entwicklungsländern zu immunisieren. Neben den Unternehmen Biontech und Pfizer hat auch der US-Impfstoffhersteller Moderna eine Zulassung für eine Drittimpfung in der EU beantragt.

Impf-Empfehlung für Menschem mit geschwächtem Immunsystem

Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem empfiehlt die EMA eine Auffrischungsimpfung mit Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Zu diesem Schluss seien die Experten des EMA-Ausschusses für Humanarzneimittel nach der Auswertung von Studien gekommen, teilte die Behörde in Amsterdam mit. Es habe sich gezeigt, dass eine dritte Dosis dieser Impfstoffe bei Patienten, die eine Organtransplantation erhalten hatten, die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern gegen das Virus Covid-19 verstärkt. Bis zur Booster-Impfung sollte laut EMA in diesem Fall mindestens 28 Tage nach der zweiten Corona-Impfung gewartet werden.

Die EMA stützte sich bei ihren Empfehlungen für Menschen mit intaktem Immunsystem auf Untersuchungen mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty, die einen Anstieg von Antikörpern bei 18- bis 55-Jährigen zeigten. Die Prüfung entsprechender Studien mit dem Moderna-Impfstoff Spikevax sei noch im Gange.

Risiko von Auffrischungsimpfungen derzeit nicht bekannt

Ein Risiko von entzündlichen Herzerkrankungen oder anderen sehr seltenen Nebenwirkungen nach Auffrischungsimpfungen sei derzeit noch nicht bekannt; dies werde sorgfältig beobachtet. Wie bei allen Arzneimitteln überwache die EMA weiterhin alle Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe. Die Behörde wies zudem darauf hin, dass die Entscheidung, ob zusätzliche Impfdosen angeboten würden, bei den einzelnen EU-Mitgliedstaaten liege.

(APA/Red)

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