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Elsner: "Es hat nicht nur Misserfolge gegeben!"

Dass er ab 2001 nach der Gehaltserhöhung ein Jahresgehalt von 639.521 Euro bezog, war für Elsner gerechtfertigt.

„Es hat ja nicht nur Misserfolge gegeben, sondern auch Erfolge!“, spielte Elsner damit vor allem auf den Erwerb der Postsparkasse (P.S.K.) an. Man habe ihm für seine damit verbundenen Dienste und seine Arbeitsleistung eine Prämie von umgerechnet rund 726.000 Euro angeboten.

Er habe seinen Vorstandskollegen Johann Zwettler daran von sich aus mit einem Fünftel „mitbeteiligt“, um dessen Arbeitseinsatz und seine Koordinationsleistung bei der Übernahme der P.S.K. zu honorieren, sagte Elsner.

Auf die Frage von Staatsanwalt Georg Krakow, ob er, Elsner, nicht Angst gehabt hätte, dass die BAWAG keine Bilanz mehr legen konnte, während er sich seinen Pensionsanspruch abgelten ließ und außerordentliches Bilanzgeld von über 581.000 Euro kassierte, verneinte der ehemalige BAWAG-Generaldirektor. Er habe „vom finalen Verlust“ – Wolfgang Flöttl hatte abschließend über 400 Mio. Euro und somit insgesamt über 1,4 Mrd. Euro Bankvermögen verspekuliert – erst im Dezember 2000 erfahren. Die BAWAG sei „eine äußerst erfolgreiche Bank“ gewesen.

Dass abgesehen von ihm und Zwettler die übrigen Vorstandsmitglieder nicht in den Genuss von Sonderzahlungen kamen, rechtfertigte Elsner mit seinem enormen Einsatz für den Erwerb der P.S.K.: „Die Strategie, der Erwerb, dass wir sie bekommen haben, war meine Aufgabe. Da haben die anderen nicht mitgewirkt. Das war auch nicht ihre Aufgabe.“

Die Pensionsabfindung von 6,82 Mio. Euro habe er in Stiftungen eingebracht, teilte der Ex-BAWAG-Chef mit. „Warum haben Sie damit nicht einfach ein BAWAG-Sparbuch aufgemacht?“, wollte die Richterin wissen. Elsner verwies daraufhin auf steuerliche Begünstigungen, die bei einem Sparbuch nicht zum Tragen gekommen wären.

Das Gericht schnitt auch die Frage an, ob Helmut Elsner zum Zeitpunkt seines Ansuchens rein rechtlich überhaupt noch Anspruch auf eine Betriebspension gehabt hätte. Grundsätzlich war eine solche für sämtliche BAWAG-Vorstandsmitglieder vorgesehen und vertraglich geregelt. „Illegales Verhalten“ bzw. Gefährdung und Schädigung von Bankinteressen hätte allerdings zum Verlust des Ruhegenussanspruchs geführt. Wie Richterin Claudia Bandion-Ortner deutlich machte, hätte in ihren Augen der vom Vorstand zu verantwortende Verlust über 1 Mrd. Euro Bankvermögen im Fall Elsners dafür zumindest eine Diskussionsgrundlage geboten.

Elsner wies derartige Gedankengänge zurück: „Ich war zu allen Zeiten der Überzeugung, dass ich stets im Interesse des Unternehmens und nie interessenwidrig gehandelt habe!“ Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte er das Recht auf Ruhegenuss verwirkt, räumte er ein: „Aber das sehe ich hier nicht! Und das wird sich hier hoffentlich auch herausstellen!“

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