EL: Sturm nach 0:1 gegen Panathinaikos vor Aus

Sturm Graz steht in der Europa League vor dem vorzeitigen Aus in der Gruppenphase. Mit einer 0:1-(0:0)-Niederlage bei Panathinaikos Athen mussten die Grazer am Donnerstagabend die zweite Niederlage im dritten Spiel einstecken und stehen vor den ausstehenden drei Partien nun schon unter Siegzwang.
Spielszenen aus Athen

Dimitrios Salpingidis (60.) erzielte im Athener Olympiastadion Spiros Louis per Elfmeter den Goldtreffer für die griechischen Hausherren. Sturm traf durch Schildenfeld nur einmal die Stange.

Da Galatasaray im Parallelspiel der Gruppe F einen klaren 4:1-Heimerfolg über Dinamo Bukarest feierte, liegen die Türken mit 7 Zählern weiter vor Panathinaikos (6) an der Spitze. Sturm ist mit nur einem Punkt noch hinter den Rumänen weiter auf dem vierten Rang zu finden. Nur mit einem Heimerfolg gegen Panathinaikos am 5. November in Graz würden sich die Steirer noch im Rennen um den Aufstieg halten.

Sturm-Trainer Franco Foda überraschte in Athen mit zwei Umstellungen. Anstelle des müden Teamspielers Jakob Jantscher setzte der Deutsche links im Mittelfeld auf Haris Bukva, für den angeschlagenen Ilia Kandelaki verteidigte Mark Prettenthaler links in der Vierer-Kette. Nicht im Kader stand der nach seiner Verletzung noch nicht top fitte Routinier Mario Haas.

Die Elf von Panathinaikos, von der Trainer Henk ten Cate einen vollen Erfolg gefordert hatte, fackelte vor 35.000 Zuschauern nicht lange und übernahm schnell das Kommando. Vor allem die beiden Flügelspieler Leto und Salpingidis wirbelten an den Flanken, allerdings ohne zählbaren Erfolg. Die Defensive der “Blackies” stand sicher, der französische Stürmerstar Cisse war bei der Innenverteidigung mit Schildenfeld und Sonnleitner gut aufgehoben.

Nachdem Bukva (5.) mit einem Fersler ans Außennetz bereits die Grazer Torgefährlichkeit angedeutet hatte, fand Manuel Weber nach einer halben Stunde sogar die große Chance auf die Führung vor. Nach einem schnell abgespielten Freistoß von Muratovic schoss der Mittelfeldmann alleinstehend vor PAO-Torhüter Tzorvas aber überhastet neben das Tor (32.). Der griechische Super-League-Spitzenreiter machte trotz Feldüberlegenheit nicht den Eindruck, als ob er mit hundert Prozent zur Sache gehen würde. Einzig ein von Gratzei nicht gebändigter Schuss von Leto (42.) sorgte vor der Pause noch für eine Grazer Schrecksekunde.

Foda reagierte auf das Flügelspiel der Hausherren nach Seitenwechsel und brachte Innenverteidiger Feldhofer anstelle des von Salpingidis oft überlaufenen Prettenthaler, Sonnleitner zog nach außen. Panathinaikos brachte mit dem griechischen Jungstar Ninis eine neue Offensivkraft und agierte fortan auch deutlich angriffslustiger. Der quirlige Salpingidis war es schließlich, der die Athener auf die Siegesstraße brachte.

Sonnleitner konnte einen Antritt des Teamstürmers erst im Strafraum stoppen, den vom dänischen Schiedsrichter Rasmussen verhängten Elfmeter verwertete Salpingidis selbst zum 1:0 (60.). Plötzlich kam die Partie richtig in Fahrt. Sturm-Verteidiger Schildenfeld (63.) per Kopf sowie im Gegenzug Karagounis (64.) trafen jeweils die Stange, Beichler (66.) scheiterte mit einer Doppelchance zweimal an Tzorvas. Auch mit dem eingewechselten Jantscher war Sturm aber nicht mehr in der Lage, den nicht unverdienten Ausgleich zu erzielen. Panathinaikos brachte den knappen Vorsprung routiniert über die Zeit.

Franco Foda (Sturm-Trainer): “Wir hatten drei Riesenmöglichkeiten. Wenn man die nicht nützt und auch noch einen unnötigen Elfmeter kassiert, dann kann man nicht gewinnen. Auf internationalem Niveau wird jeder Fehler bestraft. Insgesamt war meine Mannschaft in der Defensive sehr gut organisiert, hat auch taktisch sehr gut gespielt und in der ersten Spielhälfte kaum Torchancen zugelassen. Das Problem war, dass wir im Spiel nach vorne zu wenig bewegt haben. Wir hätten mit Glück Unentschieden spielen können.”

Henk ten Cate (Panathinaikos-Trainer): “Wer in Istanbul Unentschieden spielt, ist eine gute Mannschaft. Viele meiner Spieler haben die Mannschaft (Sturm, Anm.) aber unterschätzt. Für einen Trainer zählen aber die Ergebnisse und wir haben in zehn Spielen nun acht Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage.”

Peter Hlinka (Sturm-Mittelfeldspieler): “Panathinaikos war nicht so stark wie erwartet, wir waren aber auch nicht in der Lage, dies auszunutzen. Wir haben leider auch nach vorne nicht so gut gespielt und ein blödes Tor bekommen. Für den Aufstieg wird es verdammt schwer, aber so lange noch die theoretische Chance besteht, wollen wir versuchen, diese zu nützen.”

Ferdinand Feldhofer (Sturm-Abwehrspieler): “Wir haben schon gewusst, dass wir höllisch aufpassen müssen gegen diese starke Offensive. Einmal ist uns einer entwischt, das haben sie eiskalt ausgenutzt. Mit unseren zwei 100-prozentigen (Chancen, Anm.) haben wir leider Pech gehabt.”

Fußball-Europa-League – Gruppe F, 3. Runde
Panathinaikos Athen – SK Sturm Graz 1:0 (0:0)
Olympiastadion Spiros Louis, 35.000 (richtig)
SR Peter Rasmussen/DEN

Tor:
1:0 (60.) Salpingidis (Elfmeter)

Panathinaikos:
Tzorvas – Gabriel, Vintra, Sarriegi, Spiropoulos –
Karagounis (85. Rukavina), Gilberto Silva – Salpingidis, Katsouranis
(46. Ninis), Leto (75. Simao) – Cisse

Sturm: Gratzei – Ehrenreich, Schildenfeld, Sonnleitner,
Prettenthaler (46. Feldhofer) – Hölzl (80. Hassler), Weber, Hlinka,
Bukva (63. Jantscher) – Muratovic – Beichler

Gelbe Karten: Keine bzw. Bukva, Sonnleitner
Die Besten: Salpingidis, Gilberto Silva, Ninis bzw. Schildenfeld, Gratzei, Hlinka

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