Einkaufscenter bald rauchfrei?

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Das größte Shoppingcenter Österreichs, die SCS, soll zumindest teilweise rauchfrei werden. Der Vorstandsvorsitzende der SCS Holding AT, Maurizio Totta, möchte die untere Verkaufsebene zur rauchfreien Zone machen.

Die Shopping City Süd (SCS) wird ihren Besuchern ab 1. März dieses Jahres in Sachen Rauchen eine gesetzeskonforme Lösung empfehlen, die keine Kundengruppe diskriminiert und ein konfliktfreies Nebeneinander von Nichtrauchern und Rauchern ermöglicht. Dies gab der Vorstandsvorsitzende der SCS Holding AG, Maurizio Totta, am Samstag anlässlich einer Diskussion zum Thema „Rauchen im Einkaufszentrum“ bekannt. Laut einem Sprecher der „Mall“ waren die Reaktionen zum überwiegenden Teil positiv.

So wird die gesamte SCS in der unteren Verkaufsebene zur rauchfreien Zone erklärt, Rauchmöglichkeiten bestehen nur mehr – wie im Gesetz vorgesehen – in den zahlreichen Gastronomiebetrieben. In der oberen Verkaufsebene wird es zusätzlich zu den Lokalen großzügige Bereiche geben, wo problemlos geraucht werden kann, d.h. in den Schanigärten der Gastronomie und auf den vorgesehenen Sitzmöglichkeiten, die mit Aschenbecher ausgestattet sein werden. Die Bereiche werden klar erkennbar sein.

Da das Gesetz keine Sanktionen vorsieht, hat dieses Modell der SCS Empfehlungscharakter. Ein Großteil der Gastronomie in der SCS unterstützt diese Bemühungen, indem bei entsprechenden Platzangebot für Raucher kein Konsumationszwang bestehen wird. Nach einer Übergangszeit bis Jahresende werden die Erfahrungen zeigen, ob diese Regelungen ausreichend sind, hieß es in einer Aussendung.

Samstag Mittag gab es dazu in der SCS eine Diskussionsveranstaltung, an der auch Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) teilnahm. Dabei gab es überwiegend positive Reaktionen. Vertreter der Wirtschaft erklärten, der Schutz der Nichtraucher könnte sogar zu höheren Umsätzen führen. Andererseits könnten die in die Gastronomie „verbannten“ Raucher wiederum mehr in den Lokalen konsumieren. Die Gesundheitsministerin bezeichnete die Aktion als „gelebte friedliche Koexistenz“ zwischen Rauchern und Nichtrauchern.

Vorbild Italien

In Italien gibt es bereits ein ausnahmsloses Rauchverbot in öffentlichen Räumen und hohe Strafen, Ähnliches gilt für Frankreich mit obligatorischen Nichtraucherzonen in der Gastronomie. Die Beneluxländer haben ein Rauchverbot in öffentlichen Lokalitäten, es ist für 2006 auch für die Gastronomie geplant. In Spanien wird ein solches Verbot ab 2006 gelten, in Portugal ab diesem Jahr. Irland und Schottland haben Verbote sowohl in öffentlichen Räumen als auch in der Gastronomie verhängt.

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