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Einkaufen am Marienfeiertag

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Am kommenden Freitag wird ein Großteil der Geschäfte offen haben, obwohl eigentlich ein offizieller Feiertag ist.

Aufregung oder Diskussionen gibt es darüber keine mehr. Die Gemüter erhitzt hat zuletzt vielmehr das Thema Sonntagsöffnung, wie sie in Deutschland in fünf Bundesländern eingeführt wurde, sowie die Aktion einiger weniger Geschäfte in der Wiener Innenstadt, die – trotz gesetzlich verankerter Sanktionen – vergangenen Sonntag geöffnet hatten.

Im Jahr 1995, als durch eine Einigung der Sozialpartner über die Beschäftigung von Angestellten erstmals das Aufsperren der Läden am 8. Dezember ermöglicht wurde, liefen die Kirche, aber auch Vertreter der Sozialpartner noch Sturm dagegen, dass der Feiertag dem Moloch Geld geopfert werde. Seither hat sich der Marienfeiertag als eine Art „fünfter Weihnachtseinkaufssamstag“ etabliert.

KMU Forschung Austria-Handelsexperte Peter Voithofer geht davon aus, dass auch heuer wieder drei Viertel der Händler offen haben, wobei bei den filialisierten Geschäften fast alle aufsperren dürften.

Die schlechte Schneelage in den Wintersportgebieten nährt die Hoffnung der Händler, dass nur wenige Menschen am kommenden verlängerten Wochenende wegfahren und sie stattdessen die offenen Geschäfte stürmen werden. Im Vorjahr wurden am 8. Dezember um 3 Prozent mehr als 2004 umgesetzt, insgesamt lag das Plus im Weihnachtsgeschäft 2005 bei 1 Prozent.

„Das zeigt, dass der Marienfeiertag als fünfter Einkaufssamstag im Advent gerne genutzt wird“, sagte Roman Seeliger von der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zur APA. Für heuer rechnet der Handelsexperte mit einer ähnlich starken Entwicklung.

Seit 1995 dürften die Geschäfte am Marienfeiertag – sofern er auf einen Wochentag fällt – zwischen 10 und 18 Uhr aufsperren. Die Kollektivvertragspartner haben sich damals auf folgende Regelung geeinigt: Die Mitarbeiter dürfen an diesem Tag die Arbeit ohne Angaben von Gründen verweigern. Der Arbeitgeber muss ihnen bis 10. November mitteilen, ob er sie braucht, der oder die Betroffene muss innerhalb einer Woche zu- oder absagen. Für die Arbeit gibt es Freizeitausgleich. Durch den Start erst um 10 Uhr soll Mitarbeitern außerdem die Möglichkeit geboten werden, in die Messe zu gehen.

Hauptargument für das Aufsperren der Geschäfte war ursprünglich, dass damit Kaufkraftabfluss ins Ausland verhindert werde, wo mehrheitlich kein Feiertag ist.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) startet am kommenden Montag eine öffentliche Aktion für „Sonntag frei“ am Michaelerplatz in der Wiener Innenstadt, um öffentliches Bewusstsein für die Beschäftigten im Handel zu schaffen, die am Sonntag frei haben wollen. Die GPA hat sich gegen ein probeweises Aufsperren an arbeitsfreien Sonntagen ausgesprochen.

Auslöser für die Gewerkschaftsaktion ist der „Aufstand“ einiger Wiener Kaufleute, die am vergangenen Adventsonntag unerlaubt aufgesperrt haben. Ihnen droht eine Strafe von bis zu 1.090 Euro.

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