Eine Million Ausländer verlassen Saudi-Arabien

Seit dem Erlass einer Amnestie im April haben mehr als 950.000 ausländische Arbeiter Saudi-Arabien verlassen. Die Regierung wolle ab dem 3. November gegen alle Immigranten vorgehen, die gegen das saudische Beschäftigungsgesetz verstießen, zitierte die Zeitung "Al-Madina" am Mittwoch einen Sprecher des Passamtes in Riad.


An diesem Tag endet die Amnestie. Sie erlaubt allen Ausländern mit ungültigem Visum, straflos ihren Aufenthaltsstatus zu legalisieren oder auszureisen. Für ihre Ausreise müssen sie selbst aufkommen. Der saudische Vize-Arbeitsminister kündigte für die Zeit nach Ablauf der Frist Kontrollen im ganzen Land an.

Laut einer Volkszählung von 2010 sind rund ein Drittel der 29 Millionen Einwohner des Königreichs Ausländer. Sie kommen vor allem aus den ärmeren arabischen Staaten und aus Indien oder Pakistan. Die Regierung in Riad hat das Ziel ausgegeben, die Zahl der ausländischen Arbeiter zu senken, damit mehr Saudis die Arbeitsplätze einnehmen.

Menschenrechtsgruppen kritisieren das Land wegen der scharfen Restriktionen für ausländische Arbeiter. Die meisten von ihnen kommen mit einem Arbeitsvisum. Das Visum ist an den Arbeitgeber gebunden, der das Einreisevisum beschafft hat. Die Regierung hatte im Frühjahr bereits Zehntausende ausländische Arbeiter ohne gültiges Visum ausgewiesen.

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