Eine Botschaft an alle Ang’fressenen!

Silvias Montagskolumne: Dieser Kommentar richtet sich ausnahmsweise an eine ganz bestimmte Zielgruppe: Nämlich an all jene, die jetzt gerade so wie ich vor ihrem Computer sitzen und ang’fressen sind.

Vielleicht gehörst ja auch Du dazu, vielleicht bist Du ang’fressen, weil Du Streit mit einem Freund hattest, oder, weil Du einen Job nicht bekommen hast, den Du unbedingt wolltest. Oder Du bist ang’fressen, weil Du zu viel arbeitest, zu wenig verdienst und müde und genervt vom Leben bist und ohnehin findest, dass es andere viel besser haben als Du. Für all das habe ich Verständnis, weil ich mich gerade in einer ähnlichen Situation befinde. Eines vorweg: Es gibt Millionen Menschen auf dieser Erde, die sofort mit uns tauschen würden. Sie hungern und dürsten, werden gefoltert und vergewaltigt. Sie hätten unsere Probleme gerne. Insofern schäme ich mich so laut zu jammern, doch erscheinen die eigenen Sorgen oft groß genug…

Ein Beispiel. Ich mache mich gerade selbständig. Das Gründen einer Firma in Österreich ist ein Alptraum. Der Stress beginnt bei der Namensfindung der Firma, sofern der Name ein kleinwenig ausgefallen ist (denn unsere Behörden sagen Dir genau, was geht und was nicht geht, Diskutieren mit Beamten ist ein Horror). Hinzu kommen absurde Kosten, für die Jungunternehmer meist aus eigener Kraft aufkommen müssen. Also müssen sie zur Bank laufen und sich verschulden. Weil mir das zutiefst zuwider ist, habe ich versucht, eine Förderung zu ergattern. Aussichtslos. Es sei nicht genug Geld da. An eben der selben staatlichen Stelle war ein Bekannter von mir Wochen später, der sagte mir danach offen: „Uns haben sie viel Geld gegeben, weil ich dort jemanden kenne..“ Ihr könnt Euch vorstellen, wie ang’fressen ich war, vor allem, weil das Produkt, das die Firma meines Bekannten anbietet, keine Sau braucht. Egal, es ist so, wie es ist. In Österreich sind Kontakte alles.

Als mein Ärger besonders hoch war, stieß ich auf einen Kommentar des Journalisten Franz Schellhorn. Das tat gut. Schellhorn sprach mir aus der Seele, es ging, wie könnte es anders sein, um den unstillbaren Drang unserer Regierung zum Ausgeben: „Seit 52 Jahren schafft die Regierung keinen Überschuss im Bundeshaushalt – und das trotz fulminant steigender Einnahmen. Allein im ersten Halbjahr lagen die Einnahmen um gut fünf Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums“, schreibt Schellhorn. Doch weil die Regierung eben nicht wirtschaften kann, wie auch mein Förderbeispiel zeigt, explodieren die Staatsschulden. Und, ein Grund um noch ang’fressener zu sein: Den Wahnsinn bezahlen dürfen wir Steuerzahler! Wie Schellhorn weiter schreibt, steigen die Steuern und Abgaben mehr als doppelt so schnell wie das allgemeine Preisniveau. Die Regierung lässt sich also immer neuere Methoden einfallen, um uns Geld aus der Tasche zu ziehen (als hätten wir so viel davon…).

Okay, genug gejammert! Was ich Euch mitgeben möchte, also all jenen, die so wie ich ang’fressen sind: Lasst Euch nicht entmutigen, gebt nicht auf und macht einfach weiter. Geht eine Tür zu, geht eine andere auf. Ihr müsst nur daran glauben und etwas – mitunter viel – dafür tun. Und noch was: Jammern wirkt wahre Wunder! Ich fühle mich jetzt schon viel besser.

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