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Einbrecherbande erbeutete in Wien 170.000 Euro: Prozess vertagt

Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.
Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. ©pixabay.com
Der Prozess um einen Diebstahl in Wien, bei dem Waren im Wert von 170.000 Euro gestohlen wurden, wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Im Fadenkreuz der Ermittler steht eine polnische Tätergruppe.

Ein mutmaßliches Mitglied einer Einbrecherbande ist am Freitag in Eisenstadt vor Gericht gestanden. Die Anklage warf dem 48-Jährigen vor, im Mai 2017 bei einem Coup in Wien Waren - großteils Bekleidung und Schreibutensilien - im Gesamtwert von rund 170.000 Euro gestohlen zu haben. Der polnische Staatsbürger bestritt jeden Zusammenhang mit der Tat, der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Polnische Tätergruppe schlug auch in Wien zu

Ein inzwischen verurteilter Landsmann des Angeklagten hatte bei seiner Einvernahme Details zu den Straftaten preisgegeben. Demnach habe sich eine aus 15 bis 20 Leuten bestehende polnische Tätergruppe auf - in mehreren Staaten verübte - Einbrüche in hochpreisige Bekleidungsgeschäfte spezialisiert und gehe arbeitsteilig vor, erläuterte die Staatsanwältin. Vor dem Coup in Eisenstadt habe sich die Bande auch in Salzburg, St. Pölten und Linz nach geeigneten Objekten umgesehen, sei dort aber nicht fündig geworden.

Zwei zunächst Unbekannte schlugen schließlich in der Nacht auf den 24. Mai 2017 in Eisenstadt zu. Nachdem sie über eine Dachluke eingestiegen waren, transportierten sie aus einem Schreibwaren- und einem Bekleidungsgeschäft säckeweise Diebesgut ab. Der Transporter der Marke Iveco, den die Einbrecher benutzten, war zwei Tage zuvor in Eisenstadt gestohlen worden. Die Bande habe ausschließlich Fahrzeuge einer bestimmten Baureihe entwendet, weil diese für sie am leichtesten aufzubrechen gewesen seien.

Angeblicher Kopf der Bande festgenommen

Der Komplize des Angeklagten, der nach seiner Verurteilung in Österreich an Polen ausgeliefert worden war, hatte den 48-Jährigen schwer belastet. "Er hat gesagt, dass er der Kopf der Bande war", sagte die Anklägerin. Der Angeklagte wurde schließlich im Oktober des Vorjahres nach einer Durchsuchung seines Hauses in Polen festgenommen. Im Obergeschoß habe es ausgesehen wie in einem Geschäft - zahlreiche, teils noch originalverpackte Markenartikel, oft noch mit Preisschild versehen, wurden gefunden. Eine gravierte Füllfeder wurde dabei dem Einbruch in Eisenstadt zugeordnet.

Der 48-Jährige bekannte sich nicht schuldig. "Der Angeklagte handelt mit Waren aller Art. Er kauft die im Internet und verkauft sie auch wieder", schilderte sein Verteidiger. Außerdem sei der Mann erst zwei Monate vor der Hausdurchsuchung mit seiner Familie eingezogen. "Ich möchte mich hier nicht als ein Heiliger darstellen, aber das, was mir hier vorgeworfen wird - mit diesen Sachen habe ich nichts zu tun. Die habe ich nicht verbrochen", betonte der 48-Jährige.

Diebesgut in Haus gefunden

Dass es sich bei den in seinem Haus gefundenen Waren um Diebesgut handle, habe er gewusst. Der Mann, der ihn belastet hatte, habe ihm öfters Schreibutensilien vorbeigebracht und sich dafür Geld ausgeborgt, bis die beiden sich eines Tages zerstritten hätten. Deshalb habe der andere auch gegen ihn ausgesagt, mutmaßte der 48-Jährige. Dass er mit dem Mann zusammen in Deutschland eingebrochen habe, gab der mehrfach einschlägig Vorbestrafte zu. Dafür habe er eine Haftstrafe verbüßt.

Dass der Angeklagte hartnäckig bemüht war, sich als an dem Coup in Eisenstadt gänzlich unbeteiligt darzustellen, sorgte bei der Staatsanwältin für Unmut: "Für dumm verkaufen brauchen sie uns da nicht", meinte sie. Die Richterin vertagte den Schöffenprozess schließlich, um den Komplizen des 48-Jährigen zu befragen. Dies soll, da der Mann sich in Polen aufhält, per Videokonferenz geschehen.

(APA/red)

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