Einbrecher erschossen - nicht vor Gericht

Der 64-jährige Juwelier, der am 27. Juli in seinem Geschäft in Wien-Meidling einen Einbrecher erschossen hat, wird deswegen nicht vor Gericht gestellt - das Verfahren wurde eingestellt.

Wie die Staatsanwaltschaft Wien am Donnerstag erklärte, wurde das Verfahren vor wenigen Tagen offiziell eingestellt. Gegen den Schützen waren Vorerhebungen in Richtung Notwehrüberschreitung in Verbindung mit fahrlässiger Tötung anhängig.


Der Geschäftsmann hatte die Nacht in einem Hinterzimmer seines Ladens verbracht: Er rechnete mit Einbrechern, nachdem sich Unbekannte wenige Tage zuvor am Rollbalken zu schaffen gemacht und diesen ramponiert hatten. Er fand keine Firma, die das Scherengitter unverzüglich reparieren kam, seine Versicherung, mit der er sich kurz geschlossen hatte, bestand allerdings auf einer entsprechenden Überwachung. Diese übernahm der mit einem Waffenpass ausgestattete Juwelier aus Kostengründen selbst.


Tatsächlich hörte er gegen 4.00 Uhr in der Früh Glassplittern. Als er Nachschau hielt, kamen ihm im Halbdunkel drei Eindringlinge entgegen. Trotz eines „Schleicht’s Euch! Verschwindet’s!“ näherten sich die Einbrecher, worauf der Juwelier von seiner Pistole Gebrauch machte. Er gab mehrere angeblich ungezielte Schüsse ab und traf Adam B. im Kopf. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Pole war auf der Stelle tot.

“Berechtigte Notwehr”


Nach dem Studium des Obduktionsgutachtens und einer Expertise eines Ballistikers hatte die Anklagebehörde keine Zweifel mehr, dass der Schuss in berechtigter Notwehr abgegeben wurde. Laut Strafgesetzbuch handelt man nicht rechtswidrig, wenn die Verteidigung notwendig ist, „um einen gegenwärtigen oder drohenden unmittelbaren Angriff auf Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Freiheit oder Vermögen abzuwehren“. Die Reaktion muss jedoch der drohenden Gefahr angemessen sein.

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