Ein Viertel der FPÖ-Wähler will sich nicht impfen lassen

Rund ein Viertel der FPÖ-Wähler sind gegen die Corona-Impfung.
Rund ein Viertel der FPÖ-Wähler sind gegen die Corona-Impfung. ©APA/AFP/JOE KLAMAR
Die Impfskepsis in Österreich ist ungewöhnlich hoch, wie alle Umfragen zeigen. Besonders unter FPÖ-Wählern finden sich viele Impfverweigerer, gefolgt von den Nicht-Wählern. Am ehesten lassen sich NEOS-Wähler impfen.

Es lassen sich wieder deutlich mehr Menschen impfen: Gut 75.000 waren es seit dem Wochenende, allerdings waren drei Viertel davon für ihre dritte Dosis da. Nur knapp 9.000 holten sich ihre erste Impfung ab. Generell ist die Impfskepsis in Österreich und in den deutschsprachigen Ländern ungewöhnlich hoch, wie auch aktuelle Umfragen zeigen. Entsprechend umstritten ist auch die Impfpflicht für Corona, die die Regierung mit 1. Februar einführen wird.

Gründe der Impfverweigerer sind vielfältig

Es war ein breites Spektrum an Menschen, das am Wochenende in Wien auf die Straßen gegangen ist: Rechtsextreme und Neonazis, linke Esoteriker und Esoterikerinnen, Menschen, die an Homöopathie glauben und Personen, die Angst vor der Impfung haben. Sie alle eint: Sie wollen sich nicht impfen lassen. Laut der deutschen Sozialpsychologin Pia Lamberty hat dies mehrere Ursachen. So sind in etwa deutschsprachigen Ländern alternative Heilmethoden fest in der Kultur verankert. Auch Individualismus kann hier eine Rolle spielen, der in anderen Kulturen weniger ausgeprägt ist.

Ein Viertel der FPÖ-Wähler will sich nicht impfen lassen

Die meisten Demonstrierenden sind zwar keine Rechtsextremen, sie haben aber haben auch kein Problem damit, mit diesen mitzumarschieren. Politisch betrachtet finden sich unter den FPÖ-Wählern die meisten Impfverweigerer, wie eine aktuelle Umfrage des Austria Corona Panel Projects der Uni Wien zeigt. Ganze 24 Prozent aller FPÖ-Wählerinnen und -Wähler wollen sich derzeit nicht impfen lassen, unter den Nicht-Wählerinnen und -Wählern gibt es 23 Prozent Impfverweigerer. 12 Prozent aller Menschen die 2019 SPÖ gewählt haben wollen sich ebenfalls nicht impfen lassen, bei ÖVP und Grünen sind es 7, bei den NEOS 6 Prozent.

Das Positive: die Anzahl der geimpften Personen steigt auch unter FPÖ-Wählerinnen und -Wählern an.

Impfskepsis auch in der Vergangenheit

Wissenschaftsfeindlichkeit und Impfskepsis sind allerdings keine neuen Phänomene, wie Medizinhistoriker Herwig Czech weiß: "Proteste kennen wir beispielsweise aus Großbritannien aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts." In Österreich ist so ein Verhalten allerdings eher neu. Neu ist auch, dass ein gewisser Teil der Demonstrierenden auch vor Gewalt und Gewalt aufrufen nicht haltmacht. Dabei handelt es sich aber von einer lauten Minderheit - die meisten Österreicher und Österreicherinnen ließen sich aber impfen.

Dieser Beitrag erschien am 23.11 in der ZiB2

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Ein Viertel der FPÖ-Wähler will sich nicht impfen lassen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen