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Ein richtiges Spital im Häf'n

Im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus Wien-Josefstadt ist keine einfache Krankenstation, sondern ein richtiges Spital etabliert.

Das Krankenhaus, das seit Dienstag Abend Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner als Patient hat, verfügt über 76 Betten. Derzeit sind an die 60 Betten belegt. 32 Ärzte und an die 30 Schwestern und Pfleger sind im Schichtdienst rund um die Uhr im Einsatz, gab Anstaltsleiter Josef Gramm im APA-Gespräch bekannt.

An den Fenstern sind Gitter und etwa 30 Wachebeamte sind für die Sicherheit zuständig. Diese Beamte führen regelmäßig Kontrollgänge durch. Zudem sind sie speziell geschult, um auch mit psychisch Erkrankten umgehen zu können. Denn das Spital verfügt auch über eine eigene Psychiatrie. Auf diese Station seien in letzter Zeit mehr Patienten eingeliefert worden, sagte Gramm.

Das Krankenhaus ist die einzige Sonderkrankenanstalt Österreichs und geht über vier Stockwerke. Im dritten Stock ist die Ambulanz untergebracht. In den Stockwerken vier bis sechs befinden sich die Bettenabteilungen. Dort gibt es Mehrbetten-, Einzelzimmer, aber auch Isolierzimmer, falls jemand eine ansteckende Infektion hat. Elsner etwa liegt derzeit in einem Zweibettzimmer. Es wird natürlich auf Grund einer möglichen Komplizenabsprache der Insassen darauf geachtet, wer mit wem im Zimmer liegt. In der Regel legt man die Gefangenen jedoch zusammen, das wird aber vorher mit dem Anstaltsleiter, den Sozialarbeitern, den Psychologen und den Ärzten abgesprochen.

22 Mediziner sind zum Teil vollbeschäftigt, zum Teil Konsularärzte. Weitere zwölf Allgemeinmediziner betreuen nur den Nachtdienst. Diese kommen um 15.00 Uhr und bleiben bis 8.00 Uhr. In der Früh kommen die ersten um 7.00 Uhr, dann erfolgt innerhalb dieser einen Stunde die Übergabe. Es werden alle medizinischen Sparten abgedeckt. Es gibt sowohl Internisten und Gynäkologen, als auch Augenärzte, Zahnärzte oder Lungenärzte. Medizinischer Leiter des Krankenhauses ist der Internist Harald Schopper, der auf Herzkrankheiten spezialisiert ist.

Für schwerere Erkrankungen wie etwa Krebs gibt es auch die Möglichkeit Abteilungen wie die Onkologie in einem öffentlichen Spital zu besuchen. Nach der Behandlung werden die Gefangenen meist wieder zurück in die Josefstadt gebracht. Laut Gramm besteht auch die Möglichkeit, Insassen für längere Zeit in ein Krankenhaus zu bringen. Dort gebe es gesperrte Abteilungen, um eine Bewachung zu garantieren.

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