Ein Jahr Sozialmarkt: Neue Filiale geplant

Sozialmarkt Wien plant dritten Standort
Sozialmarkt Wien plant dritten Standort ©Foto: Sozialmarkt Wien
18.000 Mitglieder kauften im ersten Jahr 750 Tonnen Waren zu stark ermäßigten Preisen: Ein dritter Markt ist in Planung. Sozialminister Hundstorfer will Chancengleichheit für Sozialmärkte herstellen.

Keinen wirklichen Grund zum Feiern sieht Alexander Schiel (30) anlässlich des einjährigen Bestehens seines Sozialmarktes im 10. Wiener Gemeindebezirk, den er am 26. Mai 2008 in der Braunspergengasse 10 eröffnet hat. Seit November betreibt Schiel mit seinem ehrenamtlich arbeitenden Team auch einen zweiten Markt in Hernals.

Insgesamt verzeichnet der Sozialmarkt-Gründer, der bisher gänzlich ohne Förderungen von Bund und Land auskommen musste, 18.000 Mitglieder, bei denen es sich um sozial benachteiligte Menschen mit einem Monatseinkommen von unter 900 Euro wie beispielsweise Langzeitarbeitslose, Pensionisten oder auch Studenten handelt.

Im ersten Jahr des Bestehens erwarben diese 750 Tonnen Waren, die um ein Drittel des üblichen Diskontpreises angeboten oder manchmal auch verschenkt werden und meist aus Überproduktionen stammen, oder durch Verpackungsschäden nicht über den herkömmlichen Lebensmittelhandel vertrieben werden. Besonders begehrt sind Brot, Getränke, Süßwaren und Kosmetikartikel.

“Wir gehen aktuell von rund 200.000 Menschen in der Bundeshauptstadt aus, die unter 900 Euro im Monat verdienen. Momentan können wir gerade mal knapp zehn Prozent von ihnen versorgen. Der Bedarf steigt durch die aktuelle Wirtschaftslage laufend an”, erklärt Schiel. In rund vier Monaten möchte er mit seinem gemeinnützigen Verein einen dritten Sozialmarkt eröffnen, mit dem er die einwohnerstarken Bezirke Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt bedienen möchte. D

Der neue Markt soll 40 Stunden pro Woche geöffnet sein und auch Lehrlingen neue Arbeitsplätze bieten. “Ohne Unterstützung aus der öffentlichen Hand wird das allerdings nicht möglich sein”, meint Schiel, der sich um die Finanzierung von Mieten und Infrastruktur sorgt.

Mittlerweile kann Schiel etwas zuversichtlicher als noch vor einem Jahr, als ihm Ex-Minister Erwin Buchinger (S) eine klare Absage für Förderungen erteilte, in die Zukunft blicken. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) sicherte zu, künftig Chancengleichheit unter den Sozialmärkten herstellen zu wollen, zumal die Trägervereine anderer Sozialmärkte mit teils beachtlichen Summen von Bund und Ländern unterstützt werden.

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