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Ehefrau gefoltert: Viereinhalb Jahre Haft

Ein 36-jähriger Lkw-Fahrer aus Wien-Liesing vermutete, seine Ehefrau habe ein Verhältnis mit einem Arbeitskollegen - Mit Ledergürtel halb tot geschlagen und über Monate hinweg misshandelt.

Weil sie kein Geständnis ablegte, unterzog er die gleichaltrige Frau einem unfassbaren, monatelangen Martyrium: Er dämpfte etwa Zigaretten an ihrer Brust und Unterlippe aus, ließ sie Asche verschlucken, sperrte sie im Winter in der Unterwäsche auf den Balkon. „In der Nacht zum 5. Dezember 2003 hat er sie dann nahezu tot geschlagen“, sagte Staatsanwältin Susanne Waidecker am Dienstag im Wiener Landesgericht.

Ein Schöffensenat (Vorsitz: Gerhard Pohnert) verhängte über den wegen Gewalttätigkeiten vorbestraften Mann wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung viereinhalb Jahre Haft. Das Gericht blieb dabei knapp unter der gesetzlich möglichen Höchststrafe von fünf Jahren. Das Opfer bekam 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Verteidiger erbat Bedenkzeit.

Mann ist geständig

Weil sich seine Frau offensichtlich sehr gut mit einem Mitarbeiter verstand, war der Ehemann zur Überzeugung gelangt, da müsse mehr dahinter sein. Zu Unrecht, wie die Frau im gerichtlichen Vorverfahren angegeben hatte: „Er konnte einfach nicht glauben, dass es zwischen Mann und Frau nur Freundschaft geben kann.“ Ihre Ehe bezeichnete sie bei dieser Gelegenheit als „Albtraum“. Im Februar 2004 hat sie sich endlich scheiden lassen.

„Das war Eifersucht“, suchte der Angeklagte nach einer Erklärung. Es sei weniger eine Bestrafungsaktion, mehr Wut gewesen, die ihn ausrasten habe lassen: „Ich war verrückt.“ Er legte ein umfassendes Geständnis ab.

„Was da am Ende passiert ist, hab’ ich in meiner langen Zeit bei der Staatsanwaltschaft noch nicht erlebt“, betonte die Anklägerin. Die Frau musste sich gegen Mitternacht vors Ehebett hinknien, und ihr Mann schlug mit einem Ledergürtel stundenlang auf sie ein. Nebenan schlief der neunjährige Sohn, weswegen sich die Misshandelte nicht schreien traute. Erst als der Morgen graute, hörte der offensichtlich sadistisch veranlagte Mann auf.

Die völlig geschwächte, halb ohnmächtige Frau schleppte sich mit letzter Kraft auf eine Couch. Ihr Sohn fand dort die Schwerverletzte, bei der die Ärzte später unter anderem ein beginnendes Nierenversagen in Folge der stundenlangen Tortur feststellten. „Nur eine sofortige intensivmedizinische Behandlung konnte verhindern, dass der Frau noch Gröberes widerfahren ist“, wusste die Staatsanwältin.

Redaktion: Michael Grim

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