AA

Ehefrau auf offener Straße erstochen

&copy Bilderbox
&copy Bilderbox
Der angeklagte konnte den Trennungswunsch seiner Frau nicht akzeptieren, da ihm durch eine Scheidung die Abschiebung drohte - er lauerte der Köchin auf und stach zwölf Mal auf sie ein.

Nach dreitägiger Verhandlungsdauer wurde Irfan Y. am Mittwochnachmittag im Wiener Landesgericht wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Geschworenen waren mehrheitlich davon überzeugt, dass der 40-Jährige der um drei Jahre älteren Frau in Wien-Hernals aufgelauert hatte, als sie am 11. September 2003 von der Arbeit nach Hause kam.

Laut Anklage tötete er sie mit mindestens zwölf wuchtigen Messerstichen, wobei er teilweise sogar den Körper der 43-Jährigen durchstieß. „Es war eine Hinrichtung“, so Staatsanwalt Kurt Hankiewicz.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verteidiger Andreas Reichenbach und Elmar Kresbach meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

Abschiebung oder Mord?

„Er wollte nicht wahrhaben, dass sie ihn verlassen hat“, war für den Staatsanwalt das Motiv der Bluttat klar. Hätte Fatma Y. ihr Vorhaben durchgezogen, wäre ihr Mann sofort abgeschoben worden – er hatte die Aufenthaltspapiere nur auf Grund der Heirat erhalten. Der Türke war 1996 als Asylant nach Österreich gekommen, fünf Jahre später hatte er Fatma geehelicht.

Die Ehe war allerdings geprägt von Streitereien und Handgreiflichkeiten. Als die Frau die Scheidung einreichte und zu ihrer aus einer vorangegangenen Beziehung stammenden erwachsenen Tochter zog, begann sie Irfan Y. zu terrorisieren.

Terror rund um die Uhr

Bis zu 100 Mal am Tag rief er an und drohte ihr mit dem Umbringen. Die Frau wechselte schließlich die SIM-Karte ihres Mobiltelefons. Darauf belästigte er sie an ihrem Arbeitsplatz, passte sie vor der Pizzeria ab, in der sie als Hilfsköchin beschäftigt war. Fatma Y. hatte Angst und bat nach Arbeitsschluss fortan sicherheitshalber einen Kollegen, er möge sie zu ihrem Auto begleiten. Dieses wurde ihr vom Chef zur Verfügung gestellt, weil sie aus Furcht vor ihrem Mann keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr zu benutzen wagte. Wenige Tage vor der Tat soll Irfan Y. angekündigt haben, sie werde bald „in der Zeitung stehen“.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Ehefrau auf offener Straße erstochen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen