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EHEC: Vergebliche Suche nach spanischen Gurken

In ganz Wien gibt es keine spanischen Gurken mehr. Wir würden ja gerne Proben ziehen, aber es sind alle schon weg", sagte Alexander Hengl, Sprecher des Wiener Marktamtes, nach einer Inspektion des Bio Maran-Marktes in der Ottakringer Straße am Montag.

EHEC: Kontrolle in Wien ohne Ergebnis

In ganz Wien hatten sich die Kontrolleure in der Früh aufgemacht, um in Wiener Bio-Märkte nach spanischen Gurken zu suchen. Vergeblich, denn das möglicherweise mit dem gefährlichenEHEC-Keimverunreinigte Gemüse war nach der Warnung der Behörden längst in den Mistkübel gewandert.

Auch in dem Ottakringer Geschäft fanden sich nur mehr Gurken aus Italien und Griechenland. Auf großes Interesse stießen sie bei den wenigen Kunden, die sich in aller Früh in den Biomarkt verirrt hatten, aber nicht. Auf einem Schild informierte Maran seine Kunden über den Keim. Auch vor Melanzani und Tomaten aus Spanien wurde vorsorglich gewarnt: “Die sind vom selben Lieferanten”, sagte Hengl.

Wie der Keim auf die Gurken gelangen konnte, wusste auch der Experte nicht: “Ich schließe den Großmarkt in Hamburg eher aus”, sagte Hengl. Bleiben der Lieferant und der Hersteller, wobei dem betreffenden Bauern wohl kaum Absicht unterstellt werden kann: “Der muss einmal so dumm sein, fertiges Gemüse zu düngen.” Und zwar mit Naturdung.

Wahrscheinlicher sei es, dass der Landwirt ein Nachbarfeld düngen wollte und irrtümlich die fertigen Gurken erwischt hat, meinte Henlg. Oder der Lieferant habe vor dem Transport der Gurken etwas gefahren, was die Kontamination mit demEHEC-Keim möglich gemacht habe. Hengl betonte auch, dass es nach wie vor nicht hundertprozentig sicher sei, dass die auf den Gurken gefundenen Keime den im Verdacht stehenden Hersteller zugeordnet werden können.

Detail am Rande: Die letzte Lieferung spanischer Bio-Gurken ging laut Hengl in der Kalenderwoche 17 an den Wiener Gemüsegroßmarkt. Heute begann die 22. Kalenderwoche, das bedeutet, dass die bisher letzte Lieferung rund ein Monat her ist.

“Gurken gleich aus dem Sortiment genommen”

“Wir haben am Donnerstagabend von dem Verdacht erfahren und die Gurken gleich aus dem Sortiment genommen”, sagte die Geschäftsführerin der Bio Maran-Märkte, Mareike Nossol, der APA. “Der Rückruf ist freiwillig erfolgt, die Sicherheit steht an erster Stelle. Aber es hat keinen konkreten Verdachtsfall gegeben.”

Nossol erklärte auch, warum überhaupt spanische Gurken in heimischen Bio-Märkten angeboten werden: “Die Saison fing erst vergangene Woche an. Natürlich bemühen wir uns, Produkte regionaler Hersteller anzubieten.” Aber man müsse sich eben am Markt versorgen.

Pro Jahr zieht das Wiener Marktamt etwa 9.000 Proben. In der Regel handelt es sich um vorbeugende Kontrollen. Eine große Rolle spielen dabei die Saisonen. Im Frühjahr und Sommer interessieren die Kontrolleure beispielsweise besonders Speiseeis und mariniertes Fleisch zum Grillen. Dabei ändern die Prüfer jedes Jahr ein bisschen die Taktik und schauen nicht nur zu Saisonbeginn in den Geschäften vorbei. (APA)

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