EHEC-Erreger in Deutschland auf Gurkenrest

... und wieder wird die Gurke verdächtigt
... und wieder wird die Gurke verdächtigt ©APA (Fohringer)
Bei der Suche nach der Infektionsquelle für die EHEC-Epidemie ist der Darmkeim auf einem Gurkenrest in einer Abfalltonne in Magdeburg in Deutschland entdeckt worden. Da der Gurkenrest aber bereits seit eineinhalb Wochen zusammen mit anderen Abfällen in der Tonne gewesen sei, lasse sich aus dem Fund nicht schlussfolgern, dass der Erreger tatsächlich auf der Gurke gewesen sei.

Die Gurke lag in der Tonne einer Familie, die an einer EHEC-Infektion erkrankt ist. Ein Familienmitglied habe den Gurkenrest selbst zu den Behörden gebracht, wo dieser untersucht worden sei, sagte der Ministeriumssprecher. Für die aktuelle Suche nach der Quelle des Ausbruchs sei dieser Fund habe “eher von minderem Wert”.

Die EU-Kommission erhöhte am Mittwoch ihre Entschädigungszahlungen für die von der Krise betroffenen Gemüsproduzenten. Der Ausgleich soll 50 Prozent des Referenzpreises der Produkte betragen. Die Kompensationen würden insgesamt bis zu 210 Millionen Euro betragen.

Landwirtschaftsminister Berlakovich zeigte sich über die Erhöhung der EHEC-Entschädigungszahlungen auf bis zu 210 Mio. Euro erfreut. Neben Österreich hatten auch Spanien, die Niederlande, Frankreich und Polen höhere Hilfen von der EU-Kommission für die Gemüsebauern verlangt. Man müsse noch “die Details des Vorschlages unter die Lupe nehmen”, so Berlakovich.

Der gefährliche Darmkeim hat in Deutschland bisher 25 Tote gefordert. Gesundheitsminister Bahr sagte am Mittwoch nach einem Krisentreffen in Berlin, die Zahl der neuen Infektionen gehe aber zurück. Er zeigte sich optimistisch, “dass wir bundesweit das Schlimmste hinter uns haben”. Die Infektionswelle sei der schwerste jemals beobachtete EHEC-Ausbruch in Deutschland und Europa.

Unterdessen geht die Suche nach der Quelle der Epidemie weiter. Hinweise auf einen gesperrten Biohof in Niedersachsen als mögliche Quelle verdichteten sich. Eine dritte Mitarbeiterin des Betriebs sei im Mai vermutlich an dem Darmkeim erkrankt gewesen, sagte Niedersachsens Agrarminister Lindemann. In Sprossen-Proben fanden sich aber bisher keine EHEC-Erreger.

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