EHEC: Bauern bekommen 210 Mio. Euro EU-Hilfe für Umsatzeinbußen

Die millionenschweren Entschädigungen für die von der EHEC-Krise betroffenen Bauern sind sicher.
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Europäische Landwirte erhalten 210 Mio. Euro für ihre Umsatzeinbußen. Das haben Vertreter der 27 EU-Länder am Dienstag in Brüssel beschlossen. Ursprünglich hatte die EU-Kommission Zahlungen in Höhe von 150 Mio. Euro vorgeschlagen.

Viele Länder kritisierten die Summe aber als zu niedrig, so dass die Kommission aufgestockt hatte.”Wir sind zuversichtlich, dass der Vorschlag durchgeht”, sagte der Sprecher von EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos vor dem Treffen.

Anspruch auf Hilfen haben alle europäischen Landwirte, die beim Handel mit Gurken, Tomaten, Salaten, Paprika und Zucchini Einbußen erlitten haben. Laut Vorschlag sollen ihre Ausfälle zwischen Ende Mai und Ende Juni teilweise entschädigt werden.

Die Landwirte sollen bis zu 50 Prozent von dem zurückbekommen, was sie in einem guten Jahr im Monat Juni verdient hätten. Reichen die 210 Mio. Euro dafür nicht aus, bekäme jeder Bauer einen jeweils kleineren Anteil, sagte der Sprecher. Nach dem ursprünglichem Vorschlag der EU-Kommission hätte den Bauern maximal 30 Prozent zugestanden.

Bauern, die in Produktionsgemeinschaften organisiert sind, könnten auf bis zu 70 Prozent Entschädigung kommen. Europaweit ist im Schnitt ein Drittel der Landwirte in Gemeinschaften organisiert – so auch in Deutschland und Spanien. In Belgien und den Niederlanden dagegen gehören ihnen nahezu alle Bauern an, in Osteuropa kaum welche.

Als Grundlage für die Berechnung der Entschädigung gelten Preise für den Monat Juni der Jahre 2007 bis 2010. Der durchschnittliche Preis für Gurken lag laut Sprecher in diesem Zeitraum bei 48 Cent pro Kilo. Damit hätten die Landwirte also Anspruch auf bis zu 24 Cent pro Kilo, das im Zuge der EHEC-Krise vom Markt genommen wurde.

Bis zum 22. Juli müssten EU-Länder der Kommission mitteilen, wie hoch die Ausfälle der Bauern tatsächlich waren. Erst dann würden Hilfen berechnet und Gelder fließen können. Das Geld soll aus dem EU-Agrarhaushalt kommen.

Damit die Bauern möglichst schnell Unterstützung bekommen, hatten sich Kommission und EU-Länder auf ein Verfahren geeinigt, bei dem die Landwirtschaftsminister den Vorschlag der Kommission nicht eigenhändig absegnen müssen. Stattdessen berieten am Dienstag Vertreter aus den zuständigen Ministerien. Sie sind in einem Verwaltungsausschuss organisiert und für den europäischen Gemüse- und Früchtemarkt zuständig.

Bei einem Sondertreffen in Luxemburg hatten die EU-Agrarminister die EHEC-Krise zuvor aber als besonders dringlich einstuft. Außerdem einigten sie sich in der vergangenen Woche bereits im Grundsatz auf Entschädigungszahlungen. Wegen der Seuche war der Absatz von frischem Gemüse in den vergangenen Wochen europaweit eingebrochen

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