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"Edouard Baldus - Transit und Monument": Neue Ausstellung in Galerie Westlicht

Mit der Ausstellung blicke man auf den "Beginn der Fotografie" zurück.
Mit der Ausstellung blicke man auf den "Beginn der Fotografie" zurück. ©pixabay.com (Sujet)
Die Wiener Galerie Westlicht präsentiert die Ausstellung "Edouard Baldus - Transit und Monument". Zum ersten Mal wird ein komplettes Album von Baldus in Österreich gezeigt.

Mit der Ausstellung “Edouard Baldus – Transit und Monument” präsentiert die Wiener Galerie Westlicht das richtungsweisende, 1863 erschienene Album “Chemins de fer de Paris a Lyon et a la Mediterranee” des deutsch-französischen Fotografen. “Das ist das erste Mal, dass ein komplettes Album von Baldus in Österreich gezeigt wird”, sagte Kuratorin Anna Auer am Donnerstag vor Journalisten.

Mit der Ausstellung blicke man auf den “Beginn der Fotografie” zurück. Laut Auer wurde das Fotobuch von der französischen Eisenbahn anlässlich der Fertigstellung der Route von Paris ans Mittelmeer in Auftrag gegeben. Das ausgestellte Buch, eines von acht existenten Exemplaren, sei besonders gut erhalten und gehöre zu den bedeutendsten Fotobüchern der Geschichte. In der Ausstellung können 69 zwischen 1853 und 1861 entstandene Fotografien bewundert werden.

Galerie Westlicht zeigt wegbereitendes Fotoalbum von Edouard Baldus

Baldus, 1813 in Deutschland geboren, musste in Frankreich untertauchen, da er zuvor in seiner Heimat Geld gefälscht hatte, worauf die Todesstrafe stand. “Er hat in Frankreich oft sein Geburtsdatum geändert, um seine Herkunft zu verschleiern”, erzählte Auer. In Frankreich habe er zumeist staatliche Aufträge erhalten und sei zu einem “anerkannten und guten Fotografen” avanciert, der die französische Staatsbürgerschaft angenommen habe und gar zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen worden sei. “Er hat sich mit Napoleon III. gut arrangiert”, so Auer.

Baldus hat neben Bahnhöfen, Eisenbahnbrücken und Tunelleingängen auch viele bekannte Monumente der an der Strecke liegenden Ortschaften fotografiert. Die Reihenfolge der Abzüge im Album habe man in der Ausstellung beibehalten. So geht die Bilderreise von Lyon über Orange, Nimes und Avignon bis Toulon. Dabei setzt Baldus die antiken Bauwerke in Arles oder Nimes in Kontrast zu damals modernen Gebäuden. Dies wird besonders durch die Gegenüberstellung des römischen Aquädukts Pont du Gard mit dem 1848 erbauten Viadukt von Saint-Chamas deutlich. Die Fotografien sind daher auch interessante historische Dokumente: So sind auf der Aufnahme des Hafens von Marseille beinahe nur Segelschiffe zu sehen, deren Masten einen wahren Wald bilden.

Für Auer sind Baldus’ Techniken wegweisend und stellten die “Geburt der modernen Wahrnehmung” dar. “Er hat sehr gute Linsen gehabt, seine Bilder sind gestochen scharf trotz der langen Belichtungszeit”, erklärte sie. Auch die Tiefe der Bilder sei “erstaunlich”. Um den Kreuzgang des Klosters Saint-Trophime in Arles in voller Schärfe zu zeigen, fügte er gar zwölf Negative zu einem einzigen Bild zusammen. Die Fotografien umfassen auch zwei frühe Panoramabilder, die aus zwei Fotografien zusammengesetzt sind.

“Baldus geht sehr methodisch vor”, bemerkte Auer. Zunächst habe er Großaufnahmen der Bauwerke gemacht und sei daraufhin immer mehr ins Detail gegangen. Die auf den Bildern abgelichteten Menschen sollen die Größe der Bauwerke unterstreichen. “Er war ein guter Regisseur (…) mit Sinn für Dramatik”, unterstrich sie.

Wiener Galerie Westlicht: “Atlas und Sequenz” parallel ausgestellt

Parallel zur Ausstellung “Transit und Monument” zeigt die Galerie Westlicht mit “Atlas und Sequenz” auch elf Arbeiten der 45-jährigen Fotografin Katharina Gaenssler. Die Künstlerin sammelt in ihren Arbeiten Räume als Kollagen in riesigen Büchern.

(APA/Red)

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