"Eden Bar" feiert Jubiläum: 100 Jahre Kult in Wien

Michaela Schimanko anl. der 100 Jahr-Feier und Buchpräsentation "Die Eden - Eine Wiener Zeitgeschichte"
Michaela Schimanko anl. der 100 Jahr-Feier und Buchpräsentation "Die Eden - Eine Wiener Zeitgeschichte" ©APA
Größen aus Politik, Wirtschaft und natürlich der Society waren und sind Stammgäste in der "Eden Bar" in der City. Am Mittwochabend feierte das legendärste Lokal Wiens seinen 100. Geburtstag.
Happy Birthday, Eden Bar - die Bilder der Feier
Das war die große Feier

Ob Falco, Helmut Zilk, Senta Berger, Marlene Dietrich, Udo Jürgens oder Niki Lauda: Jeden zog es in das Haus in der Liliengasse, um dort bei Livemusik ein Glas Champagner zu trinken. Auch Stars wie Harry Belafonte, Tom Jones, Billy Wilder und gar Fürst Albert von Monaco statten der Eden Bar bereits einen Besuch ab. Für Hausherrin Michaela Schimanko-Stiedl liegt das “am Mikrokosmos hinter der Doppeltür”, wie sie im APA-Gespräch erzählte. Ihr verstorbener Vater Heinz Werner Schimanko übernahm das Lokal 1974 von Gabor Kenezy und prägte mit seiner Glatze und dem markanten Schnauzer jahrzehntelang das Nachtleben Wiens.

Der Dress-Code in der Eden Bar

Großer Wert wurde seit jeher auf das Erscheinungsbild in der Eden Bar gelegt, obwohl sich die Sitten gelockert haben: “Anfangs mussten Männer Frack tragen, danach waren Smoking, dann Anzug erlaubt. Ich habe die Krawattenpflicht abgeschafft”, sagte Schimanko-Stiedl. Bei Frauen war ein langes Abendkleid erwünscht, obwohl der Eintritt für Damen nicht immer leicht war: “Lange durften Frauen nur mit männlicher Begleitung herein”, erinnerte sich die ehemalige Bardame Susi Moder, die am häufigsten Champagner ausschenkte.

“Die Eden” – Das Buch zur Bar

Einen Blick auf das vergangene Jahrhundert ist mit dem Buch “Die Eden” (Amalthea Verlag) möglich. Nicht nur das Entdecken von über 5.000 Fotos der legendären Auslage veranlassten Christian Reichhold und Martin R. Niederauer zum Schreiben. “Es war unser Wunsch, einen Teil des Geldes, das wir als Gäste hiergelassen haben, wieder zurückzuholen”, scherzten die “Seitenblicke”-Gesellschaftsreporter.

Bei der Recherche zum Buch “haben viele Zeitzeugen großartige Geschichten erzählt, die wir aber leider nicht schreiben durften”, sagte Reichhold. Während die Zuneigung von Baumeister Richard Lugner zu einem Ladyboy oder der Besuch von Dompfarrer Toni Faber mit Sternsingern dokumentiert wurde, legte ein “langjähriger Staatsoperndirektor größten Wert darauf, nicht erwähnt zu werden”, so die Autoren.

Marianne Mendt war mit 19 Jahren als Sängerin in der Eden Bar angestellt: “Ich dachte, ich wäre in Hollywood angekommen.” Für den “Krone”-Adabei Roman Schliesser war die Eden erst nach der Ära Kenezy, der ihm ein Lokalverbot auferlegt hatte, wieder eine häufige Station auf seiner Route: “Ich kannte die Leute hier und sie kannten mich.” Christine Schubert rechnete zusammen, dass sie in ihrem Leben wohl schon “mindestens zweieinhalb Jahre” in der Eden verbracht hat.

In den roten Samtmöbeln machten es sich bei der Geburtstagsfeier der Eden Bar auch Alfons Haider, Marika Lichter, Angelika Niedetzky, Gerald Pichowetz sowie Jeannine und Friedrich Schiller gemütlich. Außerdem zeigten sich Rudolf Semrad, österreichischer Swatch-Generaldirektor, Chopard-Österreich-Chef Thomas Koblmüller und BZÖ-Politiker Peter Westenthaler.

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