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EAV-Frontmann Klaus Eberhartinger wird 70

Klaus Eberhartinger wird 70.
Klaus Eberhartinger wird 70. ©APA/dpa/Lino Mirgeler
Am 12. Juni feiert Klaus Eberhartinger seinen 70. Geburtstag. Im Laufe seiner Karriere hat er schon viele Rollen eingenommen.

Als "Märchenprinz" eroberte er den Austropop, als "Dancing Star" den Fernsehbildschirm: Klaus Eberhartinger, Frontmann der legendären Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV) und viel beschäftigter Moderator, feiert am Freitag (12. Juni) 70. Geburtstag. Dabei kann der gebürtige Oberösterreicher auf eine an unterschiedlichen Rollen reiche Karriere zurückblicken.

Eberhartinger war bereits in vielen Rollen zu sehen

Egal ob als Tänzer, Juror oder Moderator der "Dancing Stars", als Ratekönig bei "Was gibt es Neues", als "schöner Sigismund" in Mörbisch oder natürlich als musikalischer Blödelmeister mit kritischen Untertönen: In zahlreichen Rollen hat Eberhartinger seit den 1980er-Jahren in Österreich, aber auch im übrigen deutschen Sprachraum viele Fans gewonnen.

Zumindest die EAV ist mittlerweile Geschichte, hat die Formation doch am 14. September des Vorjahres mit einem großen Abschiedskonzert in der Wiener Stadthalle - nach einer Tournee mit 90 Gigs - endgültig den Fans Adieu gesagt.

EAV-Durchbruch 1985 mit Album "Geld oder Leben"

Nun hat Klaus Eberhartinger mehr Zeit für seine Wahlheimat Kenia, wo er sich auch sozial engagiert. Geboren wurde der künstlerische Tausendsassa allerdings am 12. Juni 1950 im oberösterreichischen Gmunden und wuchs in Braunau am Inn auf. Nach der Matura hielt er sich 1968 für ein Jahr in den USA auf und begann ein Medizinstudium in Graz. Eine Studienunterbrechung führte ihn nach München und zu einer langen Afrikareise. Nach einer kurzen Wiederaufnahme seines Studiums folgte 1981 der Einstieg bei der EAV. Der Durchbruch im gesamten deutschsprachigen Raum kam 1985 mit dem Album "Geld oder Leben", auf dem Hits wie "Ba-Ba-Banküberfall", "Märchenprinz" und "Fata Morgana" versammelt waren.

Die Erfolge der späten 80er und frühen 90er-Jahre machten die EAV, vor allem Frontman Eberhartinger sowie Songschreiber, Gitarrist und Mastermind Thomas Spitzer, als Blödelrocker bekannt - neben Klamaukhits wie "Küss' die Hand, schöne Frau" oder "Ding Dong" widmeten sie sich allerdings stets auch gesellschaftlich relevanten Themen wie Rechtsextremismus ("Eierkopf-Rudi", "Wir marschieren"), Sextourismus ("Samurai") oder, in ihrem stark kritisierten Song "Burli", den Folgen eines Supergaus.

Eberhartinger machte Karriere bei "Dancing Stars"

Seit Mitte der 90er-Jahre verbringt Eberhartinger meist die Hälfte des Jahres in seinem Domizil in Kenia, wo sich auch Bandkollege Thomas Spitzer ein Haus gekauft hat. In der anderen Hälfte wandelte er sich vom bösen Rockbuben zunehmend zum Publikumsliebling. Eine wahre Karriere legte er vor allem bei den "Dancing Stars" des ORF hin: Als Tänzer in der dritten Staffel (2007) siegte er trotz gebrochener Rippe mit seiner Partnerin Kelly Kainz, in der folgenden Ausgabe (2008) moderierte er die Show gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun, im folgenden Jahr wechselte er in die Jury, später wieder in die Moderation.

Als Moderator stand Eberhartinger außerdem für die ATV-Sendung "Quiz Champion", die ORF-Version von "Einer gegen 100" sowie im Sommer 2009 für die "Great Hadern Show" des ORF vor der Kamera. Bei den Seefestspielen in Mörbisch feierte er 2012 als promiskuitive Gailtalerin ein Comeback zum 40. Geburtstag von Wolfgang Ambros' "Der Watzmann ruft".

Als Autor stellte sich Eberhartinger im Jahr 2008 mit "Sex, Lachs und Rock'n Roll" (Ueberreuter) vor, im gleichen Jahr stand er als Sigismund im "Weißen Rössl" bei den Seefestspielen Mörbisch auf der Bühne und moderierte 2010 die "Romy"-Gala.

Eberhartinger erhielt 2019 Amadeus für Lebenswerk

Dieses wendungsreiche Leben blieb nicht unbedankt. Neben Auszeichnungen wie dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik (2017) konnte sich Eberhartinger im Vorjahr über den Amadeus Austrian Music Award für sein Lebenswerk freuen.

Klaus Eberhartinger wird 70: ORF III widmet Entertainer Schwerpunkt

Am Freitag (12. Juni) wird EAV-Frontmann Klaus Eberhartinger 70 und bleibt dennoch "Für immer Märchenprinz": So lautet der Titel eines neuen Filmporträts über den Sänger und Entertainer, das am 19. Juni einen ORF-III-Schwerpunkt zu seinen Ehren eröffnet. Ebenfalls im Angebot sind drei Konzertfilme sowie eine Dokumentation über die steirische Popszene.

Um 20.15 Uhr macht aber "Für immer Märchenprinz - Klaus Eberhartinger wird 70" den Anfang. ORF-III-Moderator Peter Fässlacher hat Eberhartinger dafür zum ausführlichen Gespräch über seine Karriere getroffen, wobei neben den Jahrzehnten mit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung natürlich auch dessen Fernsehmoderationen - allen voran als selbst erprobter "Dancing Star" - aufgearbeitet werden.

Danach geht es zurück ins Jahr 1986 mit dem Konzertfilm "EAV - Geld oder leben" (21.05 Uhr), bevor direkt im Anschluss "100 Jahre EAV - live" (21.55 Uhr) die Musik der legendären Combo ein weiteres Mal im Fokus steht. Da die Erfolgsgruppe ihre Wurzeln in der Steiermark hat, nutzt der Kultursender die Gelegenheit außerdem, neben dem Gig "Opus & Friends" von 1985 (23.05 Uhr) mit der von Günter Schilhan gestalteten Dokumentation "Live is life in Fürstenfeld - Die Geschichte der steirischen Popmusik" (0.40 Uhr) ein bisschen Musikunterricht nachzureichen.

(APA/Red)

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