Eat Pray Love": Julia Roberts auf Weltreise zum eigenen Ich

Ryan Murphy verfilmte den Bestseller von Elizabeth Gilbert als bunten Reiseführer für die US-Upper Class - Österreich-Start am 24.09.
Premiere von Eat Pray Love
Eat Pray Love - Trailer

Manche müssen die eigenen vier Wände gar nicht verlassen, um zu sich selbst zu finden. Julia Roberts dagegen braucht als Liz Gilbert, Aussteigerin der Luxusklasse, in dem Film “Eat Pray Love” schon eine Reise nach Italien, Indien und Bali, um zu wissen, was sie will. Ryan Murphy (Erfinder und Regisseur der witzigen TV-Serie “Nip/Tuck”) hat seine Verfilmung des Bestsellers von Elizabeth Gilbert (über acht Millionen verkaufte Exemplare weltweit) als Feel-Good-Movie für Menschen ohne Geldsorgen angelegt. Ein hübsch bunter filmischer Reiseführer für einen Europa- und Asien-Trip der US-Upper Class, der am Freitag (24.9.) in Österreich anläuft.

Italien? Ein Land der Charmeure, der Pasta und des “dolce far niente”. Indien? Balsam fürs Seelenheil im Ashram, Air Condition im Gebetsraum inklusive. Bali? Fernöstliche Weisheit gepaart mit sinnlicher Lebensbejahung. Klischeebilder, wohin das Auge schaut. Wo die Kreditkarte allzeit griffbereit ist, bleibt das Elend vor der Türe. Überall warten interessante, offene Menschen, mitfühlende Gesprächspartner und potenzielle Lover, die sich am Strand ohne Umschweife im Adamskostüm präsentieren. Liz gehen die Augen über, lässt aber die Finger von der Fleisch gewordenen Versuchung. Genuss ohne Reue? Das gilt nur für das Essen. Angesichts der Verlockungen von Pizza, Spaghetti und Co. ist Liz und ihren Freundinnen der Hüftspeck bald egal. Obwohl: Auch so eine hautenge Jeans kann pure Lust bereiten – wenn man es schafft, den Reißverschluss zuzubekommen.

Sind Essen und Beten abgehakt, wartet der für das Lieben zuständige Protagonist. Nach “Ehemann” Billy Crudup und “Schnuckel” James Franco tritt nun “Latin Lover” Javier Bardem als Angebot für ein neues Leben auf den Plan. Er und Julia Roberts sind zwar eindeutig Mainstream-Superstars, die für einen Run an die Kinokassen sorgen können – inmitten der inszenierten Sinnesfreuden fällt aber doppelt deutlich auf, wie wenig die beiden wirklich miteinander anzufangen wissen. Nach 140 Filmminuten scheint die wahre innere Balance so entfernt wie zu Anfang der über zwei Kontinente führenden Flucht vor sich selbst.

Zu Ende scheint die Kitsch-Orgie, die glücklicher Weise wenigstens gelegentlich ironisiert wird, aber noch lange nicht. Elizabeth Gilbert hat eine Fortsetzung ihre Romans geschrieben: “Das Ja-Wort”. Wohl kein Produzent der Welt würde da Nein sagen können.

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